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Protokoll von Cartagena über die biologische Sicherheit zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt
Anlage III


Risikobeurteilung nach Artikel 15
Ziel
1. Ziel der Risikobeurteilung nach diesem Protokoll ist es, die möglichen nachteiligen Auswirkungen lebender veränderter Organismen auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt in der voraussichtlichen aufnehmenden Umwelt zu erkennen und zu bewerten, wobei auch Risiken für die menschliche Gesundheit zu berücksichtigen sind.
Verwendung der Risikobeurteilung
2. Die Risikobeurteilung dient u.a. den zuständigen Behörden dazu, Entscheidungen in Bezug auf lebende veränderte Organismen in Kenntnis der Sachlage zu treffen.
Allgemeine Grundsätze
3. Die Risikobeurteilung soll auf wissenschaftlicher Grundlage und transparent durchgeführt werden; in die Beurteilung können fachkundiger Rat und Leitlinien einschlägiger internationaler Organisationen einfliessen.
4. Liegen unzureichende wissenschaftliche Kenntnisse vor oder besteht kein wissenschaftlicher Konsens, so ist dies nicht zwangsläufig als besonderes, nicht vorhandenes oder annehmbares Risiko auszulegen.
5. Risiken in Verbindung mit lebenden veränderten Organismen oder deren Verarbeitungserzeugnissen, die nachweisbare neuartige Kombinationen vermehrungsfähigen genetischen Materials enthalten, die durch die Nutzung der modernen Biotechnologie erzielt wurden, sollen im Zusammenhang mit den Risiken der unveränderten Empfänger- oder Ausgangsorganismen in der voraussichtlichen aufnehmenden Umwelt bewertet werden.
6. Die Risikobeurteilung soll für jeden Einzelfall durchgeführt werden. Die erforderlichen Angaben können nach Art und Umfang von Fall zu Fall unterschiedlich sein; dies hängt von dem betroffenen lebenden veränderten Organismus, seiner beabsichtigten Verwendung und der voraussichtlichen aufnehmenden Umwelt ab.
Methodik
7. Im Laufe der Risikobeurteilung kann sich herausstellen, dass zum einen weitere Informationen über bestimmte Gegenstände benötigt werden, die während des Beurteilungsvorgangs benannt und angefordert werden können, und zum anderen Informationen über andere Gegenstände in manchen Fällen jedoch ohne Belang sein können.
8. Um ihren Zweck zu erfüllen, umfassen Risikobeurteilungen gegebenenfalls folgende Schritte:
a) Identifizierung neuer genotypischer oder phänotypischer Merkmale in Verbindung mit dem lebenden veränderten Organismus, die nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt in der voraussichtlichen aufnehmenden Umwelt haben können, wobei auch Risiken für die menschliche Gesundheit zu berücksichtigen sind;
b) Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass es zu diesen nachteiligen Auswirkungen auch tatsächlich kommt, wobei zu berücksichtigen ist, wie und in welchem Umfang die voraussichtliche aufnehmende Umwelt dem lebenden veränderten Organismus ausgesetzt wird;
c) Einschätzung der Konsequenzen für den Fall, dass es tatsächlich zu diesen nachteiligen Auswirkungen kommt;
d) Einschätzung des Gesamtrisikos durch den lebenden veränderten Organismus, gestützt auf die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu diesen nachteiligen Auswirkungen kommt, und der Konsequenzen in diesem Fall;
e) Empfehlung im Hinblick darauf, ob diese Risiken annehmbar oder beherrschbar sind, erforderlichenfalls mit Angabe von Strategien zur Bewältigung dieser Risiken, und,
f) wenn das Risiko nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden kann, gegebenenfalls Anforderung weiterer Informationen zu bestimmten problematischen Punkten oder Einsatz geeigneter Risikobewältigungsstrategien und/oder Überwachung des lebenden veränderten Organismus in der aufnehmenden Umwelt.
Zu berücksichtigende Punkte
9. Abhängig vom Einzelfall ist bei der Risikobeurteilung den einschlägigen technischen und wissenschaftlichen Daten bezüglich der Merkmale der folgenden Elemente Rechnung zu tragen:
a) Empfängerorganismus oder Ausgangsorganismen: Die biologischen Merkmale des Empfängerorganismus oder der Ausgangsorganismen, einschliesslich Angaben über den taxonomischen Status, die gebräuchliche Bezeichnung, den Ursprung, die Ursprungszentren und die Zentren genetischer Vielfalt, soweit bekannt, sowie eine Beschreibung des Lebensraums, in dem die Organismen fortbestehen oder sich vermehren können;
b) Spenderorganismus oder Spenderorganismen: Taxonomischer Status, gebräuchliche Bezeichnung, Herkunft und einschlägige biologische Merkmale der Spenderorganismen;
c) Vektor. Merkmale des Vektors, einschliesslich seiner Identität, sofern vorhanden, seiner Herkunft oder seines Ursprungs und seines Wirtsbereichs;
d) Insert oder Inserts und/oder Merkmale der Veränderung: Genetische Merkmale der eingefügten Nukleinsäure und der Funktion, die sie spezifiziert, und/oder Merkmale der eingeführten Veränderung;
e) lebender veränderter Organismus: Identität des lebenden veränderten Organismus sowie Unterschiede zwischen seinen biologischen Merkmalen und denjenigen des Empfängerorganismus oder der Ausgangsorganismen;
f) Nachweis und Identifizierung des lebenden veränderten Organismus: Vorgeschlagene Nachweis- und Identifizierungsverfahren und ihre Spezifizität, Empfindlichkeit und Zuverlässigkeit;
g) Angaben zur beabsichtigten Verwendung:. Angaben über die beabsichtigte Verwendung des lebenden veränderten Organismus, einschliesslich einer im Vergleich zum Empfängerorganismus oder zu den Ausgangsorganismen neuen oder geänderten Verwendung, und
h) aufnehmende Umwelt: Angaben über die Örtlichkeit und die geografischen, klimatischen und ökologischen Merkmale, einschliesslich einschlägiger Angaben über die biologische Vielfalt und die Ursprungszentren der voraussichtlichen aufnehmenden Umwelt.
Geltungsbereich am 17. Oktober 20111

 

 

 

 

 
Vertragsstaaten
Ratifikation
Beitritt (B)
Nachfolgeerklärung (N)

Inkrafttreten


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Ägypten
23. Dezember
2003
22. März
2004
Albanien
8. Februar
2005 B
9. Mai
2005
Algerien
5. August
2004
3. November
2004
Angola
27. Februar
2009 B
28. Mai
2009
Antigua und Barbuda
10. September
2003
9. Dezember
2003
Armenien
30. April
2004 B
29. Juli
2004
Aserbaidschan
1. April
2005 B
30. Juni
2005
Äthiopien
9. Oktober
2003
7. Januar
2004
Bahamas
15. Januar
2004
14. April
2004
Bangladesch
5. Februar
2004
5. Mai
2004
Barbados
6. September
2002 B
11. September
2003
Belarus
26. August
2002 B
11. September
2003
Belgien
15. April
2004
14. Juli
2004
Belize
12. Februar
2004 B
12. Mai
2004
Benin
2. März
2005
31. Mai
2005
Bhutan
26. August
2002 B
11. September
2003
Bolivien
22. April
2002
11. September
2003
Bosnien und Herzegowina
1. Oktober
2009 B
30. Dezember
2009
Botsuana
11. Juni
2002
11. September
2003
Brasilien
24. November
2003 B
22. Februar
2004
Bulgarien
13. Oktober
2000
11. September
2003
Burkina Faso
4. August
2003
2. November
2003
Burundi
2. Oktober
2008 B
31. Dezember
2008
Chinaa
8. Juni
2005
6. September
2005
Hongkong
9. Mai
2011
9. Mai
2011
Costa Rica
6. Februar
2007
7. Mai
2007
Dänemarkb
27. August
2002
11. September
2003
Deutschland
20. November
2003
18. Februar
2004
Dominica
13. Juli
2004 B
11. Oktober
2004
Dominikanische Republik
20. Juni
2006 B
18. September
2006
Dschibuti
8. April
2002 B
11. September
2003
Ecuador
30. Januar
2003
11. September
2003
El Salvador
26. September
2003
25. Dezember
2003
Eritrea
10. März
2005 B
8. Juni
2005
Estland
24. März
2004
22. Juni
2004
Europäische Union*
27. August
2002
11. September
2003

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Fidschi
5. Juni
2001
11. September
2003
Finnland
9. Juli
2004
7. Oktober
2004
Frankreich
7. April
2003
11. September
2003
Gabun
2. Mai
2007 B
31. Juli
2007
Gambia
9. Juni
2004
7. September
2004
Georgien
4. November
2008 B
2. Februar
2009
Ghana
30. Mai
2003 B
11. September
2003
Grenada
5. Februar
2004
5. Mai
2004
Griechenland
21. Mai
2004
19. August
2004
Guatemala
28. Oktober
2004 B
26. Januar
2005
Guinea
11. Dezember
2007
10. März
2008
Guinea-Bissau
19. Mai
2010 B
17. August
2010
Guyana
18. März
2008 B
16. Juni
2008
Honduras
18. November
2008
16. Februar
2009
Indien
17. Januar
2003
11. September
2003
Indonesien
3. Dezember
2004
3. März
2005
Iran
20. November
2003
18. Februar
2004
Irland
14. November
2003
12. Februar
2004
Italien
24. März
2004
22. Juni
2004
Japan
21. November
2003 B
19. Februar
2004
Jemen
1. Dezember
2005 B
1. März
2006
Jordanien
11. November
2003
9. Februar
2004
Kambodscha
17. September
2003 B
16. Dezember
2003
Kamerun
20. Februar
2003
11. September
2003
Kap Verde
1. November
2005 B
30. Januar
2006
Kasachstan
8. September
2008 B
7. Dezember
2008
Katar
14. März
2007 B
12. Juni
2007
Kenia
24. Januar
2002
11. September
2003
Kirgisistan
5. Oktober
2005 B
3. Januar
2006
Kiribati
20. April
2004
19. Juli
2004
Kolumbien
20. Mai
2003
11. September
2003
Komoren
25. März
2009 B
23. Juni
2009
Kongo (Brazzaville)
13. Juli
2006
11. Oktober
2006
Kongo (Kinshasa)
23. März
2005 B
21. Juni
2005
Korea (Nord-)
29. Juli
2003
27. Oktober
2003
Korea (Süd-)
3. Oktober
2007
1. Januar
2008
Kroatien
29. August
2002
11. September
2003
Kuba
17. September
2002
11. September
2003
Laos
3. August
2004 B
1. November
2004
Lesotho
20. September
2001 B
11. September
2003
Lettland
13. Februar
2004 B
13. Mai
2004

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Liberia
15. Februar
2002 B
11. September
2003
Libyen
14. Juni
2005 B
12. September
2005
Litauen
7. November
2003
5. Februar
2004
Luxemburg
28. August
2002
11. September
2003
Madagaskar
24. November
2003
22. Februar
2004
Malawi
27. Februar
2009
27. Mai
2009
Malaysia
3. September
2003
2. Dezember
2003
Malediven
3. September
2002 B
11. September
2003
Mali
28. August
2002
11. September
2003
Malta
5. Januar
2007 B
5. April
2007
Marokko
25. April
2011
24. Juli
2011
Marshallinseln
27. Januar
2003 B
11. September
2003
Mauretanien
22. Juli
2005 B
20. Oktober
2005
Mauritius
11. April
2002 B
11. September
2003
Mazedonien
14. Juni
2005
12. September
2005
Mexiko
27. August
2002
11. September
2003
Moldau
4. März
2003
11. September
2003
Mongolei
22. Juli
2003 B
20. Oktober
2003
Montenegro
23. Oktober
2006 N
3. Juni
2006
Mosambik
21. Oktober
2002
11. September
2003
Myanmar
13. Februar
2008
13. Mai
2008
Namibia
10. Februar
2005
11. Mai
2005
Nauru
12. November
2001 B
11. September
2003
Neuseelandc
24. Februar
2005
25. Mai
2005
Nicaragua
28. August
2002
11. September
2003
Niederlande
8. Januar
2002
11. September
2003
Niger
30. September
2004
29. Dezember
2004
Nigeria
15. Juli
2003
13. Oktober
2003
Niue
8. Juli
2002 B
11. September
2003
Norwegen
10. Mai
2001
11. September
2003
Oman
11. April
2003 B
11. September
2003
Österreich
27. August
2002
11. September
2003
Pakistan
2. März
2009
31. Mai
2009
Palau
13. Juni
2003
11. September
2003
Panama
1. Mai
2002
11. September
2003
Papua-Neuguinea
14. Oktober
2005 B
12. Januar
2006
Paraguay
10. März
2004
8. Juni
2004
Peru
14. April
2004
13. Juli
2004
Philippinen
5. Oktober
2006
3. Januar
2007
Polen
10. Dezember
2003
9. März
2004
Portugal
30. September
2004
29. Dezember
2004

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Ruanda
22. Juli
2004
20. Oktober
2004
Rumänien
30. Juni
2003
28. September
2003
Salomoninseln
28. Juli
2004 B
26. Oktober
2004
Sambia
27. April
2004 B
25. Juli
2004
Samoa
30. Mai
2002
11. September
2003
Saudi-Arabien
9. August
2007 B
7. November
2007
Schweden
8. August
2002
11. September
2003
Schweiz
26. März
2002
11. September
2003
Senegal
8. Oktober
2003
6. Januar
2004
Serbien
8. Februar
2006 B
9. Mai
2006
Seychellen
13. Mai
2004
11. August
2004
Simbabwe
25. Februar
2005
26. Mai
2005
Slowakei
24. November
2003
22. Februar
2004
Slowenien
20. November
2002
11. September
2003
Somalia
26. Juli
2010 B
24. Oktober
2010
Spanien
16. Januar
2002
11. September
2003
Sri Lanka
28. April
2004
26. Juli
2004
St. Kitts und Nevis
23. Mai
2001 B
11. September
2003
St. Lucia
16. Juni
2005 B
14. September
2005
St. Vincent und die Grenadinen
27. August
2003 B
25. November
2003
Sudan
13. Juni
2005 B
11. September
2005
Südafrika
14. August
2003 B
12. November
2003
Suriname
27. März
2008 B
25. Juni
2008
Swasiland
13. Januar
2006 B
13. April
2006
Syrien
1. April
2004 B
30. Juni
2004
Tadschikistan
12. Februar
2004 B
12. Mai
2004
Tansania
24. April
2003 B
11. September
2003
Thailand
10. November
2005 B
8. Februar
2006
Togo
2. Juli
2004
30. September
2004
Tonga
18. September
2003 B
17. Dezember
2003
Trinidad und Tobago
5. Oktober
2000 B
11. September
2003
Tschad
1. November
2006
30. Januar
2007
Tschechische Republik
8. Oktober
2001
11. September
2003
Tunesien
22. Januar
2003
11. September
2003
Turkmenistan
21. August
2008 B
19. November
2008
Türkei
24. Oktober
2003
24. Januar
2004
Uganda
30. November
2001
11. September
2003
Ukraine
6. Dezember
2002 B
11. September
2003
Ungarn
13. Januar
2004
12. April
2004
Venezuela
13. Mai
2002
11. September
2003
Vereinigtes Königreich
19. November
2003
17. Februar
2004
Vietnam
21. Januar
2004 B
20. April
2004

 

 

 

 

 
Zentralafrikanische Republik
18. November
2008
16. Februar
2009
Zypern
5. Dezember
2003 B
4. März
2004

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
*
Vorbehalte und Erklärungen.

 
Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht.
Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://untreaty.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden.
a
Das Protokoll gilt nicht für Macau und Hongkong, besonderen Verwaltungsregionen der Volkrepublik China.
b
Das Protokoll gilt nicht für die Färöer-Inseln und Grönland.
c
Das Protokoll gilt nicht für Tokelau.

 

 

 

 

 


1 AS 2004 607 3713, 2005 2335, 2006 791 4451, 2007 1401, 2008 4121, 2010 17 und 2011 4887. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege).

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