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Schweizerische Strafprozessordnung
3. Titel

Parteien und andere Verfahrensbeteiligte

3. Kapitel

Geschädigte Person, Opfer und Privatklägerschaft

2. Abschnitt

Opfer


Begriffe


Art. 116

1 Als Opfer gilt die geschädigte Person, die durch die Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist.
2 Als Angehörige des Opfers gelten seine Ehegattin oder sein Ehegatte, seine Kinder und Eltern sowie die Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahe stehen.

Stellung


Art. 117

1 Dem Opfer stehen besondere Rechte zu, namentlich:
a. das Recht auf Persönlichkeitsschutz (Art. 70 Abs. 1 Bst. a, 74 Abs. 4, 152 Abs. 1);
b. das Recht auf Begleitung durch eine Vertrauensperson (Art. 70 Abs. 2, 152 Abs. 2);
c. das Recht auf Schutzmassnahmen (Art. 152-154);
d. das Recht auf Aussageverweigerung (Art. 169 Abs. 4);
e. das Recht auf Information (Art. 305 und 330 Abs. 3);
f. das Recht auf eine besondere Zusammensetzung des Gerichts (Art. 335 Abs. 4).
2 Bei Opfern unter 18 Jahren kommen darüber hinaus die besonderen Bestimmungen zum Schutz ihrer Persönlichkeit zur Anwendung, namentlich betreffend:
a. Einschränkungen bei der Gegenüberstellung mit der beschuldigten Person (Art. 154 Abs. 4);
b. besondere Schutzmassnahmen bei Einvernahmen (Art. 154 Abs. 2-4);
c. Einstellung des Verfahrens (Art. 319 Abs. 2).
3 Machen die Angehörigen des Opfers Zivilansprüche geltend, so stehen ihnen die gleichen Rechte zu wie dem Opfer.


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