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Schweizerische Strafprozessordnung
5. Titel

Zwangsmassnahmen

5. Kapitel

DNA-Analysen


Voraussetzungen im Allgemeinen


Art. 255

1 Zur Aufklärung eines Verbrechens oder eines Vergehens kann eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt werden von:
a. der beschuldigten Person;
b. anderen Personen, insbesondere Opfern oder Tatortberechtigten, soweit es notwendig ist, um von ihnen stammendes biologisches Material von jenem der beschuldigten Person zu unterscheiden;
c. toten Personen;
d. tatrelevantem biologischem Material.
2 Die Polizei kann anordnen:
a. die nicht invasive Probenahme bei Personen;
b. die Erstellung eines DNA-Profils von tatrelevantem biologischem Material.

Massenuntersuchungen


Art. 256

Das Zwangsmassnahmengericht kann auf Antrag der Staatsanwaltschaft zur Aufklärung eines Verbrechens die Entnahme von Proben und die Erstellung von DNA-Profilen gegenüber Personen anordnen, die bestimmte, in Bezug auf die Tatbegehung festgestellte Merkmale aufweisen.

Bei verurteilten Personen


Art. 257

Das Gericht kann in seinem Urteil anordnen, dass eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt wird von Personen:
a. die wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt worden sind;
b. die wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens gegen Leib und Leben oder gegen die sexuelle Integrität verurteilt worden sind;
c. gegenüber denen eine therapeutische Massnahme oder die Verwahrung angeordnet worden ist.

Durchführung der Probenahme


Art. 258

Invasive Probenahmen werden von einer Ärztin oder einem Arzt oder von einer anderen medizinischen Fachperson vorgenommen.

Anwendbarkeit des DNA-Profil-Gesetzes


Art. 259

Im Übrigen findet das DNA-Profil-Gesetz vom 20. Juni 20031 Anwendung.


1 SR 363

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