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Schweizerische Strafprozessordnung
6. Titel

Vorverfahren

4. Kapitel

Einstellung des Verfahrens und Anklageerhebung

2. Abschnitt

Anklageerhebung


Grundsätze


Art. 324

1 Die Staatsanwaltschaft erhebt beim zuständigen Gericht Anklage, wenn sie aufgrund der Untersuchung die Verdachtsgründe als hinreichend erachtet und keinen Strafbefehl erlassen kann.
2 Die Anklageerhebung ist nicht anfechtbar.

Inhalt der Anklageschrift


Art. 325

1 Die Anklageschrift bezeichnet:
a. den Ort und das Datum;
b. die anklageerhebende Staatsanwaltschaft;
c. das Gericht, an welches sich die Anklage richtet;
d. die beschuldigte Person und ihre Verteidigung;
e. die geschädigte Person;
f. möglichst kurz, aber genau: die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung;
g. die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen.
2 Die Staatsanwaltschaft kann eine Alternativanklage oder für den Fall der Verwerfung ihrer Hauptanklage eine Eventualanklage erheben.

Weitere Angaben und Anträge


Art. 326

1 Die Staatsanwaltschaft macht dem Gericht folgende Angaben und stellt ihm folgende Anträge, soweit diese nicht bereits aus der Anklageschrift hervorgehen:
a. die Privatklägerschaft sowie deren allfällige Zivilklagen;
b. die angeordneten Zwangsmassnahmen;
c. die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte;
d. die entstandenen Untersuchungskosten;
e. ihren allfälligen Antrag auf Anordnung der Sicherheitshaft;
f. ihre Anträge zu den Sanktionen oder die Ankündigung, diese Anträge würden an der Hauptverhandlung gestellt;
g. ihre Anträge auf nachträgliche richterliche Entscheidungen;
h. ihr Ersuchen, eine Vorladung zur Hauptverhandlung zu erhalten.
2 Tritt die Staatsanwaltschaft nicht persönlich vor Gericht auf, so kann sie ihrer Anklage zur Erläuterung des Sachverhalts einen Schlussbericht beifügen, der auch Ausführungen zur Beweiswürdigung enthält.

Zustellung der Anklage


Art. 327

1 Die Staatsanwaltschaft übermittelt die Anklageschrift sowie einen allfälligen Schlussbericht unverzüglich:
a. der beschuldigten Person, deren Aufenthaltsort bekannt ist;
b. der Privatklägerschaft;
c. dem Opfer;
d. dem zuständigen Gericht zusammen mit den Akten sowie den beschlagnahmten Gegenständen und Vermögenswerten.
2 Beantragt die Staatsanwaltschaft die Anordnung der Sicherheitshaft, so übermittelt sie mit dem entsprechenden Gesuch auch dem Zwangsmassnahmengericht eine Ausfertigung der Anklageschrift.


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