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Schweizerische Strafprozessordnung
7. Titel

Erstinstanzliches Hauptverfahren

2. Kapitel

Durchführung der Hauptverhandlung

2. Abschnitt

Beginn der Hauptverhandlung


Eröffnung; Vor- und Zwischenfragen


Art. 339

1 Die Verfahrensleitung eröffnet die Hauptverhandlung, gibt die Zusammensetzung des Gerichts bekannt und stellt die Anwesenheit der vorgeladenen Personen fest.
2 Anschliessend können das Gericht und die Parteien Vorfragen aufwerfen, insbesondere betreffend:
a. die Gültigkeit der Anklage;
b. die Prozessvoraussetzungen;
c. Verfahrenshindernisse;
d. die Akten und die erhobenen Beweise;
e. die Öffentlichkeit der Verhandlung;
f. die Zweiteilung der Verhandlung.
3 Das Gericht entscheidet unverzüglich über die Vorfragen, nachdem es den anwesenden Parteien das rechtliche Gehör gewährt hat.
4 Stellen die Parteien während der Hauptverhandlung Zwischenfragen, so behandelt sie das Gericht wie Vorfragen.
5 Bei der Behandlung von Vor- oder Zwischenfragen kann das Gericht die Hauptverhandlung jederzeit vertagen, um die Akten oder die Beweise zu ergänzen oder durch die Staatsanwaltschaft ergänzen zu lassen.

Fortgang der Verhandlung


Art. 340

1 Sind allfällige Vorfragen behandelt, so hat dies zur Folge, dass:
a. die Hauptverhandlung ohne unnötige Unterbrechungen zu Ende zu führen ist;
b. die Anklage nicht mehr zurückgezogen und unter Vorbehalt von Artikel 333 nicht mehr geändert werden kann;
c. zur Anwesenheit verpflichtete Parteien den Verhandlungsort nur noch mit Einwilligung des Gerichts verlassen dürfen; verlässt eine Partei den Verhandlungsort, so wird die Verhandlung gleichwohl fortgesetzt.
2 Nach der Behandlung allfälliger Vorfragen gibt die Verfahrensleitung die Anträge der Staatsanwaltschaft bekannt, falls die Parteien nicht darauf verzichten.


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