vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 431.841 - Edition Optobyte AG

Verordnung über das eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister
2. Abschnitt

Organisation, Führung und Inhalt des GWR


Aufgaben des BFS


Art. 3

1 Das BFS führt, aktualisiert und veröffentlicht regelmässig einen Merkmalskatalog des GWR, der die Merkmalsausprägungen, Nomenklaturen und Kodierungen enthält. Bei der Ausarbeitung des Katalogs arbeitet es mit den Stellen der Gemeinden, der Kantone und des Bundes, die das GWR benützen, zusammen.
2 Es definiert nach Anhörung der Kantone die Mindestanforderungen an die Qualität der Daten.
3 Es definiert die Merkmalsausprägungen, Nomenklaturen und Kodierungen für die Identifikatoren und Merkmale, die im GWR geführt werden.
4 Es erstellt zusammen mit dem Bundesamt für Raumentwicklung und dem Bundesamt für Landestopografie eine Weisung für die Definition von Gebäuden nach Artikel 2 Buchstabe b, um eine standardisierte Verwaltung der im GWR geführten Daten sicherzustellen.

Zusammenarbeit des BFS mit anderen Stellen


Art. 4

Das BFS arbeitet mit folgenden Stellen zusammen:
a. den Statistikstellen von Bund, Kantonen und Gemeinden;
b. den kantonalen und kommunalen Bauämtern;
c. den Vermessungsfachstellen von Bund, Kantonen und Gemeinden;
d. den kantonalen Koordinationsstellen;
e. den kantonalen oder kommunalen registerführenden Stellen von anerkannten Registern.

Aufgaben der Kantone


Art. 5

1 Jeder Kanton bestimmt eine Stelle, die für die Koordination der Tätigkeiten in Zusammenhang mit dem GWR zuständig ist, und teilt dem BFS die für die Nachführung der Daten zuständigen Stellen mit.
2 Die kantonale Koordinationsstelle stellt in Absprache mit dem BFS sicher, dass die Daten des GWR regelmässig aktualisiert werden.

Anerkannte kantonale und kommunale Register


Art. 6

1 Das BFS kann die Qualitätssicherung und die Betreuung der für die Nachführung der Daten zuständigen Stellen an die Kantone oder grosse Städte delegieren, wenn diese ein Register führen, das die folgenden Bedingungen erfüllt (anerkannte Register):
a. Eine kantonale oder kommunale gesetzliche Grundlage begründet das Register, regelt seine Funktionsweise und bestimmt die registerführende Stelle.
b. Das Register erfüllt die Mindestanforderungen an die Qualität der Daten nach Artikel 3 Absatz 2.
c. Es umfasst mindestens 25 000 Gebäude und 100 000 Wohnungen oder enthält die vollständigen Daten eines Kantons.
2 Sind diese Bedingungen erfüllt, so arbeitet das BFS mit der registerführenden Stelle eine Vereinbarung aus und gewährt dieser eine jährliche finanzielle Entschädigung. Diese setzt sich zusammen aus einem Grundbetrag von maximal 5000 Franken pro Register und einem nach der Anzahl der Gebäude und Wohnungen berechneten Betrag von 15 Rappen pro Gebäude mit Wohnnutzung, 5 Rappen pro Gebäude ohne Wohnnutzung und 1 Rappen pro Wohnung. Als Mindestbeitrag wird die im Jahr 2016 ausbezahlte Summe gewährt.

Im GWR geführte Objekte


Art. 7

1 Im GWR werden folgende Objekte geführt:
a. Bauprojekte spätestens beim Erteilen der Baubewilligung;
b. alle Gebäude sowie ihre Eingänge (einschliesslich der Adressen) und bei Gebäuden mit Wohnnutzung die dazugehörigen Wohnungen;
c. weitere gebaute Objekte und weitere Arten von Bauprojekten.
2 Geplante Gebäude sowie ihre Eingänge und ihre Wohnungen müssen spätestens beim Erteilen der Baubewilligung geführt werden.
3 Das BFS definiert im Merkmalskatalog, in welchen Fällen Objekte nach Absatz 1 von der Führung im GWR ausgenommen sind.
4 Militärische Objekte, Bauten und Einrichtungen, die der Anlagenschutzverordnung vom 2. Mai 19901 unterstehen, werden im GWR nicht erfasst.

Im GWR geführte Informationen


Art. 8

1 Im GWR werden zu jedem Bauprojekt folgende Informationen geführt:
a. Bauprojektidentifikator des BFS (EPROID);
b. politische Gemeinde;
c. Referenz zu den Grundstücken;
d. Beschreibung des Bauprojekts;
e. Bauherrschaft;
f. Art der Arbeiten;
g. Projektkosten;
h. Projektstatus (Stand Bauverfahren);
i. Typ der Ausnahmebewilligung;
j. Anzahl Gebäude des Bauprojekts;
k. Anzahl Wohnungen des Bauprojekts.
2 Im GWR werden zu jedem Gebäude folgende Informationen geführt:
a. Gebäudeidentifikator des BFS (EGID);
b. Gebäudenummer des Kantons oder der Gemeinde;
c. Gebäudeeingangsidentifikator des BFS (EDID);
d. politische Gemeinde;
e. Referenz zu den Grundstücken;
f. Adressierungsangaben nach Artikel 26a und 26b GeoNV2;
g. Gebäudekategorie;
h. Gebäudestatus (projektiert, erstellt, abgebrochen);
i. Baudatum oder -periode und Abbruchdatum oder -periode des Gebäudes;
j. Gebäudedimensionen (Flächen, Volumen);
k. Gebäudestruktur (Anzahl Stockwerke);
l. gebäudetechnische Hauptinstallationen (Heizsystem, Schutzraum);
m. Zugehörigkeit zu statistischen Zonen, Quartieren und weiteren infrakommunalen Gebietseinheiten.
3 Im GWR werden zu jeder Wohnung folgende Informationen geführt:
a. Wohnungsidentifikator des BFS (EWID);
b. Wohnungsnummer des Kantons oder der Gemeinde;
c. Referenz zu den Grundstücken bei Wohnungen im Stockwerkeigentum;
d. Lokalisierung der Wohnung im Gebäude;
e. Baudatum oder -periode und Abbruchdatum oder -periode der Wohnung;
f. Wohnungsstatus (projektiert, erstellt, abgebrochen);
g. Wohnungsdimensionen (Fläche);
h. Wohnungsstruktur (Anzahl Zimmer, Kocheinrichtung, mehrstöckig);
i. Nutzungsart der Wohnung;
j. Nutzungseinschränkung der Wohnung (im Sinne des ZWG).
4 Eine Information nach den Absätzen 1-3 kann in ein oder mehrere Merkmale unterteilt werden.
5 Das BFS kann im Merkmalskatalog bestimmte Merkmale für fakultativ erklären.
6 Es kann für die Führung des GWR oder die statistische Auswertung weitere Merkmale oder Hilfsangaben ins GWR aufnehmen. Diese Informationen sind für Dritte nicht zugänglich.

Datenquellen


Art. 9

1 Quellen sind in erster Linie die Verwaltungsdaten des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, welche die in Artikel 8 Absätze 1-3 aufgeführten Informationen liefern können.
2 Für die Nachführung der im GWR geführten Informationen können insbesondere folgende Datenquellen verwendet werden:
a. Baubewilligungs- und Bauabnahmedossiers der Kantone und Gemeinden;
b. Grunddatensatz der amtlichen Vermessung;
c. Grunddatensatz der kantonalen Grundbücher;
d. Gebäude- und Wohnungs-Referenzdaten für die Bestimmung des Steuerwertes;
e. Verwaltungsregister der kantonalen Gebäudeversicherungen;
f. Datensammlungen der Post, der Fernmeldedienste, der Elektrizitäts- und Gasversorger und der Betreiber von Wärmeverbünden;
g. Meldungen der Bauherrschaft, von Architektinnen und Architekten, von Eigentümerinnen und Eigentümern sowie von Immobilienverwaltungen;
h. Daten anderer statistischer Erhebungen, sofern deren Verwendung im GWR im Anhang zur Statistikerhebungsverordnung vom 30. Juni 19933 ausdrücklich erwähnt ist;
i. Daten, die anlässlich kantonaler und kommunaler Feuerungskontrollen erhoben werden;
j. Daten, die für die Ausstellung kantonaler Gebäudeenergieausweise (GEAK) erhoben werden.
3 Daten aus Registern des Bundes, der Kantone und der Gemeinden sind dem BFS oder der registerführenden Stelle eines anerkannten Registers für die Nachführung des GWR unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
4 Natürliche und juristische Personen und Institutionen, die mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraut sind, sind verpflichtet, die Informationen nach Artikel 8 zu liefern.

Nachführung der Register


Art. 10

1 Die zuständigen kommunalen oder kantonalen Stellen führen alle Informationen zu Bauprojekten, Gebäuden und Wohnungen nach Artikel 8 laufend im GWR oder in einem anerkannten Register nach. Die Nachführung muss spätestens auf Ende jedes Quartals innerhalb einer Frist von 30 Tagen formell abgeschlossen werden.
2 Die registerführenden Stellen von anerkannten Registern übermitteln dem BFS mindestens einmal im Monat die Daten zu den Gebäuden und den Wohnungen. Die Übermittlung und der Import der Daten erfolgen, so weit wie möglich, standardisiert und automatisiert.

Unterstützung der Gemeinden


Art. 11

1 Das BFS stellt in Zusammenarbeit mit den kantonalen Koordinationsstellen die Unterstützung der kommunalen Stellen sicher, die für die Nachführung des Registers zuständig und nicht einem anerkannten Register angeschlossen sind.
2 Die registerführende Stelle eines anerkannten Registers unterstützt die für die Nachführung des Registers zuständigen kommunalen Stellen, die ihre Informationen im betreffenden anerkannten Register nachführen, in ihrer Aufgabe und definiert, in welcher Form die erforderlichen Informationen in das anerkannte Register übertragen werden müssen.

Überprüfung und Berichtigung der Daten


Art. 12

1 Das BFS prüft die Qualität der für das GWR bestimmten Daten bei der elektronischen Datenübernahme aus den anerkannten Registern oder aus jeglichen weiteren Quellen.
2 Es stellt eine automatisierte Überprüfung zur Verfügung, um sicherzustellen, dass die von den anerkannten Registern gelieferten Daten die erforderlichen Qualitätsanforderungen nach Artikel 3 Absatz 2 erfüllen.
3 Es führt zudem regelmässig eine Qualitätsprüfung der Daten des GWR durch und übermittelt der für die Nachführung der Daten zuständigen Stelle oder der registerführenden Stelle eines anerkannten Registers die aufgedeckten Abweichungen und Fehler zur Überarbeitung.
4 Sind die erfassten Daten unvollständig oder falsch oder weisen sie Abweichungen auf, so ordnet das BFS deren Korrektur an. Es setzt dazu eine Frist an.

Schnittstellen für die elektronische Verwaltung der Daten


Art. 13

1 Das BFS stellt den für die Nachführung der Daten des GWR zuständigen Stellen eine Informatikanwendung für die Speicherung und die Verwaltung der Daten zur Verfügung.
2 Es legt die Schnittstellen für den Datenaustausch zwischen dem GWR und den anerkannten Registern sowie den Gemeinden, die nicht einem anerkannten Register angeschlossen sind, fest. Vor Änderungen konsultiert es die registerführenden Stellen von anerkannten Registern. Es räumt für die Umsetzung angemessene Fristen ein.


1 SR 510.518.1
2 SR 510.625
3 SR 431.012.1

vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 431.841 - Edition Optobyte AG