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Tierschutzverordnung
5. Kapitel

1 Gewerbsmässiger Umgang mit Tieren

1. Abschnitt

Betreuung, Pflege, Zucht und Haltung von Tieren


Bewilligungspflicht


Art. 101

Eine kantonale Bewilligung benötigt, wer:2
a. ein Tierheim mit mehr als fünf Pflegeplätzen betreibt;
b. gewerbsmässig Tierbetreuungsdienste für mehr als fünf Tiere anbietet;
c. mehr als folgende Anzahl Tiere pro Jahr abgibt:
1. zwanzig Hunde oder drei Würfe Hundewelpen,
2. zwanzig Katzen oder fünf Würfe Katzenwelpen,
3. 100 Kaninchen, Zwergkaninchen oder Meerschweinchen,
4. 300 Mäuse, Ratten, Hamster oder Gerbils,
5. 1000 Zierfische,
6. 100 Reptilien,
7. die Nachzucht von mehr als fünfundzwanzig Vogelpaaren bis zur Grösse eines Nymphensittichs, von mehr als zehn Vogelpaaren, die grösser als Nymphensittiche sind, oder von mehr als fünf Ara- oder Kakadupaaren;
d. gewerbsmässig Heimtiere oder Nutzhunde züchtet oder hält;
e. gewerbsmässig Klauenpflege für Rinder oder Hufpflege für Pferde durchführt, ohne über eine Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe a zu verfügen.

Bewilligungsvoraussetzungen


Art. 101a

Die Bewilligung darf nur erteilt werden, wenn:
a. Räume, Gehege und Einrichtungen der Art und Zahl der Tiere sowie dem Zweck des Betriebes entsprechen und die Tiere nicht entweichen können;
b. die personellen Anforderungen nach Artikel 102 erfüllt sind.

Gesuch und Bewilligung


Art. 101b

1 Für das Gesuch ist die Formularvorlage des BLV nach Artikel 209 Absatz 4 beziehungsweise Absatz 5 zu verwenden.
2 Die maximale Dauer der Bewilligung beträgt zehn Jahre.
3 Die Bewilligung kann mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden hinsichtlich:
a. Anzahl Tiere und Umfang der Tätigkeit;
b. Haltung, Fütterung, Pflege, Überwachung und Transport der Tiere;
c. Umgang mit den Tieren;
d. personeller Verantwortlichkeiten;
e. Tierbestandeskontrolle und Dokumentation der Tätigkeit.

Personelle Anforderungen für die Betreuung, Pflege, Zucht und Haltung von Tieren


Art. 102

1 In Tierheimen, bei anderer gewerbsmässiger Betreuung von Tieren sowie in gewerbsmässigen Zuchten oder Haltungen von Heimtieren und Nutzhunden müssen die Tiere unter der Verantwortung einer Tierpflegerin oder eines Tierpflegers betreut werden.
2 In den folgenden Fällen genügt es, wenn die für die Tierbetreuung verantwortliche Person über eine Ausbildung nach Artikel 197 verfügt:
a. in Tierheimen mit maximal 19 Pflegeplätzen;
b. bei anderer gewerbsmässiger Betreuung von höchstens 19 Tieren;
c. bei gewerbsmässigen Zuchten oder Haltungen von Heimtieren und Nutzhunden, in denen nur eine Tiergruppe mit ähnlichen Haltungsansprüchen vorhanden ist;
d. für die Abgabe von Tieren nach Artikel 101 Buchstabe c.
3 In Tierheimen mit maximal 5 Pflegeplätzen oder bei anderer gewerbsmässiger Betreuung von höchstens 5 Tieren genügt es, wenn die für die Tierbetreuung verantwortliche Person über die für die Haltung der betreuten Tierarten verlangte Ausbildung verfügt.
4 Die für die Tierbetreuung verantwortliche Person in gewerbsmässigen Zuchten oder Haltungen von Wildtieren muss die Anforderungen nach Artikel 85 erfüllen.
5 Wer gewerbsmässig Klauenpflege für Rinder oder Hufpflege für Pferde durchführt, muss über eine Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe a oder b verfügen.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3709).
2 Die Berichtigung vom 9. April 2015 betrifft nur den französischen Text (AS 2015 1023).

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