vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 455.1 - Edition Optobyte AG

Tierschutzverordnung
8. Kapitel

Töten und Schlachten von Tieren

1. Abschnitt

Allgemeine Bestimmungen


Anforderungen an Personen beim Töten und Schlachten


Art. 177

1 Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.
2 Schlachthofpersonal muss über eine Ausbildung nach Artikel 197 verfügen. Die Ausbildung muss aufgabenspezifisch erfolgen für:
a. das Ausladen, das Treiben, die Aufstallung und die Betreuung von Tieren in Schlachtanlagen;
b. die Betäubung und das Entbluten der Tiere in Schlachtanlagen.
3 Personen mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis nach Artikel 38 BBG1 als Metzgerin oder Metzger sowie als Fleischfachfrau oder Fleischfachmann mit Wahlbereich Gewinnung sind von der Ausbildung nach Absatz 2 befreit.
4 Personen mit einer landwirtschaftlichen Ausbildung nach Artikel 194 sind von der Ausbildung nach Absatz 2 Buchstabe a befreit.

Verantwortlichkeiten im Schlachtbetrieb


Art. 177a2

1 Die Betreiberin der Schlachtanlage ist verantwortlich für das Einhalten der Vorschriften der Tierschutzgesetzgebung. Sie erlässt insbesondere Arbeitsanweisungen für:
a. den Umgang mit Tieren in den Wartestallungen;
b. das Betäuben der Tiere;
c. das Entbluten der Tiere;
d. die Instruktion des Schlachthofpersonals.
2 Die Betreiberin der Schlachtanlage stellt die Arbeitsanweisungen den Vollzugsorganen auf Verlangen zur Verfügung.
3 In Schlachtbetrieben, in denen jährlich mehr als 1000 Grossvieheinheiten Säugetiere oder mehr als 150 000 Stück Geflügel oder Kaninchen geschlachtet werden, muss eine Tierschutzbeauftragte oder ein Tierschutzbeauftragter bezeichnet werden.
4 Die oder der Tierschutzbeauftragte ist weisungsbefugt. Sie oder er kontrolliert das Einhalten der Vorschriften der Tierschutzgesetzgebung und ist insbesondere verantwortlich für:
a. die Berichterstattung über Tierschutzbelange gegenüber der Betreiberin der Schlachtanlage;
b. die Anweisung des Schlachthofpersonals, Massnahmen zur Sicherstellung des tiergerechten Umgangs zu ergreifen;
c. die Aufzeichnung der in der Schlachtanlage zur Verbesserung des Tierschutzes getroffenen Massnahmen.

Betäubungspflicht


Art. 178

1 Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung getötet werden. Ist die Betäubung nicht möglich, so muss alles Notwendige unternommen werden, um Schmerzen, Leiden und Angst auf ein Minimum zu reduzieren.
2 Die Tötung eines Wirbeltiers ist ohne Betäubung zulässig:
a. bei der Jagd;
b. im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmassnahmen;
c.3 wenn die angewendete Tötungsmethode das Tier unverzüglich und ohne Schmerzen oder Leiden in einen Zustand der Empfindungs- und Wahrnehmungslosigkeit versetzt.
3 Die Tötung von Fröschen ist zudem ohne Betäubung zulässig, wenn die Frösche bei der Schlachtung in gekühltem Zustand geköpft werden und der Kopf sofort vernichtet wird.4

Tötungsmethoden


Art. 179

Das BLV kann nach Anhörung der kantonalen Behörden die zulässigen Tötungsmethoden für bestimmte Tierarten oder für besondere Zwecke festlegen.


1 SR 412.10
2 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3709).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3709).
4 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3709).

vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 455.1 - Edition Optobyte AG