vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 455.1 - Edition Optobyte AG

Tierschutzverordnung
8. Kapitel

Töten und Schlachten von Tieren

3. Abschnitt

Betäubung und Entblutung der Tiere


Zulässige Betäubungsmethoden


Art. 184

1 Folgende Betäubungsverfahren sind zulässig für:
a.  Pferde:
-  Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn;
b.  Rinder:
-  Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn,

 
-  pneumatische Schussapparate, bei denen
sichergestellt ist, dass die Druckluft nicht in den Schädel eindringt,
-  Elektrizität;
c.  Schweine:
-  Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn,
-  Elektrizität,
-  Kohlendioxid-Gas;
d.  Schafe und Ziegen:
-  Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn,
-  Elektrizität;
e.  Kaninchen:
-  Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn,
-  stumpfe Schussschlagbetäubung,
-  Elektrizität;
f.  Geflügel:
-  Elektrizität,
-  stumpfer, kräftiger Schlag auf den Kopf,
-  Bolzenschuss,
-  geeignete Gasmischung;
g.  Laufvögel:
-  Bolzenschuss ins Gehirn,
-  Elektrizität;
h.  Zuchtschalenwild:
-  Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn;
i.  Fische:
-  stumpfer, kräftiger Schlag auf den Kopf,
-  Genickbruch,
-  Elektrizität,
-  mechanische Zerstörung des Gehirns;
j.  Panzerkrebse
-  Elektrizität,
-  mechanische Zerstörung des Gehirns.
2 Das BLV kann nach Anhören der kantonalen Behörden weitere zulässige Betäubungsmethoden vorsehen.

Betäubung


Art. 185

1 Tiere sind so zu betäuben, dass sie möglichst unverzüglich und unter Vermeidung von Schmerzen oder Leiden in einen bis zum Tod anhaltenden Zustand der Empfindungs- und Wahrnehmungslosigkeit versetzt werden.
2 Bei Anwendung eines mechanischen oder elektrischen Betäubungsgerätes sind die Tiere in eine solche Stellung zu bringen, dass das Gerät ohne Schwierigkeiten, präzise und so lange wie nötig angesetzt und bedient werden kann.
3 Fixationseinrichtungen dürfen nicht zu vermeidbaren Schmerzen oder Verletzungen führen und müssen gewährleisten, dass die zur Schlachtung bestimmten Tiere im Stehen oder in aufrechter Haltung betäubt werden, ausgenommen Geflügel.
4 Geflügel muss vor dem Entbluten betäubt werden, ausgenommen beim rituellen Schlachten.

Betäubungsgeräte und -anlagen


Art. 186

1 Betäubungsgeräte und -anlagen sind an jedem Arbeitstag mindestens einmal zu Arbeitsbeginn auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen und wenn nötig mehrmals täglich zu reinigen. Ersatzgeräte sind einsatzbereit zu halten.
2 Während des Betriebs ist die Funktionsfähigkeit der Betäubungsgeräte und -anlagen durch die Überprüfung des Betäubungserfolges zu kontrollieren, so dass technische Mängel, die zu Fehlbetäubungen führen können, unverzüglich erkannt und behoben werden.
3 Die Wartung der Betäubungsgeräte und -anlagen und die Prüfung ihrer Funktionsfähigkeit sowie die Behebung der Mängel sind zu dokumentieren.

Entblutung


Art. 187

1 Das Entbluten hat mittels Durchtrennen oder Anstechen von Hauptblutgefässen im Halsbereich zu erfolgen. Es muss möglichst rasch nach dem Betäuben und solange das Tier bewusstlos ist, vorgenommen werden.
2 Bis zum Eintritt des Todes durch Blutentzug müssen sich Tiere, die der Betäubungspflicht nach Artikel 21 TSchG unterliegen, in einem Zustand der Empfindungs- und Wahrnehmungslosigkeit befinden.
3 Verzögert sich die Entblutung betäubter Tiere, so ist das Betäuben weiterer Tiere unverzüglich einzustellen.
4 Nach dem Entblutungsschnitt dürfen weitere Schlachtarbeiten an einem Tier erst durchgeführt werden, wenn es tot ist.
5 Fische können nach der Betäubung ausgenommen statt entblutet werden.


vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 455.1 - Edition Optobyte AG