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Tierschutzverordnung
9. Kapitel

Kapitel: Aus- und Weiterbildung in der Tierhaltung1

2. Abschnitt

Ausbildungstypen und Berufsrichtungen


Ausbildungstypen


Art. 192

1 Als anerkannte Ausbildungen im Sinne dieser Verordnung gelten:
a.2 eine fachspezifische Berufs- oder Hochschulausbildung;
b. eine vom BLV anerkannte fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung;
c. eine vom BLV anerkannte fachspezifische Vermittlung von Kenntnissen oder Fähigkeiten.
2 Als fachspezifisch gilt eine Ausbildung, wenn sie das für die Betreuung notwendige Wissen über die Bedürfnisse und das Verhalten der gehaltenen Tiere und den Umgang mit ihnen vermittelt.

Ausbildungsnachweis


Art. 193

1 Als Nachweis der Ausbildungen gelten:
a. für eine Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe a: Berufs- oder Hochschuldiplom;
b. für eine Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe b: Bestätigung, dass eine entsprechende Ausbildung absolviert wurde;
c. für eine Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe c: Sachkundenachweis.
2 Die fachspezifische Berufs- oder Hochschulausbildung befreit von der fachspezifischen berufsunabhängigen Ausbildung, die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung befreit vom Sachkundenachweis.3
3 Dem Sachkundenachweis nach Absatz 1 Buchstabe c gleichgestellt ist eine amtliche Bestätigung einer mindestens dreijährigen Erfahrung im Umgang mit der betreffenden Tierart.
4 Das BLV kann ein Formular für den Nachweis der verlangten Ausbildung vorschreiben.

Landwirtschaftliche Berufe


Art. 1944

1 Als landwirtschaftliche Ausbildung im Sinne dieser Verordnung gelten:
a. eine berufliche Grundbildung aus dem Berufsfeld «Landwirtschaft und deren Berufe» mit einem eidgenössischen Berufsattest nach Artikel 37 BBG5 oder einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis nach Artikel 38 BBG;
b. eine höhere Berufsausbildung in den Berufen nach Buchstabe a;
c. eine Fachhochschul- oder Hochschulausbildung in den Berufen nach Buchstabe a;
d. eine gleichwertige Ausbildung in einem landwirtschaftlichen Spezialberuf.
2 Der beruflichen Grundbildung nach Absatz 1 Buchstabe a gleichgestellt ist eine andere berufliche Grundbildung mit einem eidgenössischen Berufsattest oder einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis, ergänzt mit:
a. einer abgeschlossenen, von den Kantonen in Zusammenarbeit mit der massgebenden Organisation der Arbeitswelt einheitlich geregelten landwirtschaftlichen Ausbildung; oder
b. einer ausgewiesenen praktischen Tätigkeit während mindestens drei Jahren als Bewirtschafterin, Bewirtschafter, Mitbewirtschafterin, Mitbewirtschafter, Angestellte oder Angestellter auf einem Landwirtschaftsbetrieb.

Tierpflegeberufe


Art. 195

Als Tierpflegerinnen und Tierpfleger im Sinne dieser Verordnung gelten Personen mit:
a. einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis nach Artikel 38 BBG6;
b. einem Fähigkeitsausweis nach der Verordnung des EDI vom 22. August 19867 über den Erwerb des Fähigkeitsausweises für Tierpfleger;
c. einem Fähigkeitsausweis des BLV, der vor 1998 ausgestellt wurde8.

Fischereiberufe


Art. 196

Als Ausbildung in einem Fischereiberuf gelten:
a. die Ausbildung als Berufsfischerin oder Berufsfischer mit eidgenössischem Fachausweis nach Artikel 42 BBG9;
b. die Ausbildung als Fischereiaufseherin oder Fischereiaufseher mit eidgenössischem Fachausweis nach Artikel 42 BBG;
c. eine gleichwertige, von der zuständigen kantonalen Stelle bestätigte Ausbildung oder praktische Erfahrung von mindestens drei Jahren.

Fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung


Art. 197

1 Die Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe b vermittelt Fachkenntnisse und praktische Fähigkeiten, die für die tiergerechte Haltung eines Tieres, seine verantwortungsvolle Nutzung und Zucht und den schonenden Umgang mit ihm erforderlich sind.
2 Die Ausbildung umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der praktische Teil muss genügend Übungen beinhalten.
3 Das EDI regelt Lernziele, Form, Inhalt und Umfang des theoretischen und des praktischen Teils der Ausbildung.

Ausbildung mit Sachkundenachweis


Art. 198

1 Die Ausbildung nach Artikel 192 Absatz 1 Buchstabe c vermittelt Grundkenntnisse oder praktische Fähigkeiten, die für die tiergerechte Haltung eines Tieres und den schonenden Umgang mit ihm erforderlich sind.
2 Sie kann in Form eines Kurses oder Praktikums absolviert werden.
3 Das EDI regelt Lernziele, Form, Inhalt und Umfang der Ausbildung.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 573).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 573).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3709).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. Jan. 2018, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 573).
5 SR 412.10
6 SR 412.10
7 [AS 1986 1511. AS 2008 4303 Art. 70]. Siehe heute: die V des EDI vom 5. Sept. 2008 über Ausbildungen in der Tierhaltung und im Umgang mit Tieren (SR 455.109.1).
8 Art. 75 Abs. 2 der Tierschutzverordnung vom 27. Mai 1981 (AS 1981 572).
9 SR 412.10

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