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Tierschutzverordnung
Tabelle 6
Amphibien
Vorbemerkung
A.  Die Gehegegrösse muss sich, unter anderem wegen der teils enormen Unterschiede zwischen adulten und juvenilen Tieren, nach der Körperlänge des gehaltenen Individuums richten. Die Gehegegrösse ergibt sich aus der Addition der für jedes einzelne Tier bestimmten Flächen und wird in der Tabelle in der Masseinheit «Körperlänge» (KL) angegeben. Die Körperlänge bedeutet bei Froschlurchen die Gesamtlänge, bei Schwanzlurchen die Kopf-Rumpf-Länge.
B.  Die besonderen Ansprüche der jeweiligen Tierart an Temperatur und Luftfeuchtigkeit (Ektothermie) sind zu berücksichtigen.
C.  Die Nahrung für die Larven der Amphibien muss, je nach Art, aus pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen zusammengesetzt sein.
D.  Die Nahrung der Amphibien nach Metamorphose (juvenil und adult) muss vor allem aus ganzen Futtertieren zusammengesetzt sein. Die Futtertiere müssen von guter Qualität und allenfalls mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sein. Sie müssen als Ganzes geschluckt werden können.
Amphibien
Gehege für Amphibien

Für Gruppen bis zu n Tierena)




Für jedes weitere Tier

Besondere Anforderungen


Anzahl
Landteil
Bassin

Gehege
Landteil
Bassin

Tierarten

(n)
Fläched)
KL
Fläched)
KL
Tiefe
KL
Höheb)
KL
Fläche
KL
Fläche
KL

  Laubfrösche (Hylidae), Riedfrösche (Hyperoliidae), Hornfrösche (Ceratophrydae) und Ruderfrösche (Rhacophoridae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1  Frösche aus gemässigten Klimazonen
(Hyla arborea, H. cinerea, H. meridionalis, Rhacophorus dennysi)

 
2
10×5
-
-
10
2×2
-
1) 3)
gewisse Arten: 2) 4) 6) 7)
2  Nicht bodenbewohnende Frösche aus tropischen und subtropischen Klimazonen (Agalychnis spp., Hyperolius spp., Dendropsophus spp., Trachycephalus spp., Polypedates spp.)

 
2
10×5
-
-
10
2×2
-
1) 2) 3)
gewisse Arten: 5) 7) 9)
2a  Bodenbewohnende Frösche aus tropischen und subtropischen Klimazonen (z. B. Ceratophrys spp., Hypsiboas spp.)

 
2
10×5
-
-
4
2×2
-
1) 3) 8)
gewisse Arten: 7) 9)
  Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
3  Bodenbewohnende Baumsteigerfrösche

 
2
25×15
--
--
8
15×2
--
1) 3) 7) 9)
4  Baumbewohnende Baumsteigerfrösche

 
2
20×10
--
--
25
10×2
-
1) 2) 3) 4) 9)
gewisse Arten: 5) 7)
  Zungenlose Frösche (Pipidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
5  Krallenfrösche und Wabenkröten tropischer Gewässer (Pipa spp., Xenopus spp.)

 
2
-
6×4
4
-
-
2×2
1) 10)
5a  Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus spp.)

 
2
-
12×6
8
-
-
6×3
1) 10)
  Echte Frösche (Ranidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
6  Wasserfrösche
(Lithobates spp., Pelophylax spp.)

 
2
6×4
10×5
2
5
2×2
2×1
1) 3)
gewisse Arten: 6)
  Kröten (Bufonidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
7  Kröten aus gemässigten Zonen
(z. B. Bufo bufo, B. viridis, B. calamita)

 
2
6×4
--
--
4
2×2
--
1) 3) 6)
gewisse Arten: 2) 7)
8  Kröten aus subtropischen und tropischen Zonen (z. B. Bufo alvarius, B. guttatus, B. mauretanicus, B. marinus, B. pardalis)

 
2
6×4
--
--
4
2×2
--
1) 3) 7)
gewisse Arten: 8)
9  Tropische Baumkröten (Pedostibes spp.)

 
2
6×4
-
-
8
2×2
-
1) 2) 3) 4) 7)
  Echte Salamander (Salamandridae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
10  Landsalamander (Salamandra spp.)

 
2
10×4
-
-
4
2×2
-
1) 3)
gewisse Arten: 6) 7) 9) 11)
11  Wassermolche (Pachytriton spp., Taricha spp., Triturus spp.)

 
2
8×4
10×4
4
4
2×2
3×3
1) 3) 11)
gewisse Arten: 7) 9)
  Riesensalamander und Schlammteufel (Cryptobranchidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
12  Riesensalamander, Schlammteufel
(Andrias spp., Cryptobranchus alleganiensis)
c)
1
-
3×2
0,5
-
-
3×2
3) 10) 12)
  Querzahnsalamander (Ambystomatidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
13  Axolotl und andere neotene, vollaquatische Querzahnsalamander (Ambystoma spp.
[neotene Formen])

 
2
-
4×2
2
-
-
1×1
1) 3) 10) 12)
13a  Flecken- und Tigersalamander (Ambystoma spp. [ausgenommen neotene Formen])

 
2
10×4
-
-
4
2×2
-
1) 3)
gewisse Arten: 6) 7) 9) 11)
  Armmolche (Sirenidae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
14  Armmolche (Siren spp., Pseudobranchus spp.)

 
2
-
4×2
2
-
-
1×1
1) 3) 10) 12)
Anmerkungen zu Tabelle 6 (Amphibien)
a)  Tiere können für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht und für die Winter- oder Kältestarre vorübergehend in kleineren Gehegen gehalten werden.
b)  Angegeben ist die durchschnittliche Höhe der Gehege; diese dürfen an einzelnen Stellen höher oder niedriger sein.
c)  Für die private Haltung ist eine Bewilligung nach Artikel 89 notwendig.
d)  Die Angaben geben sowohl den Flächeninhalt wie auch das Verhältnis von Länge und Breite der Mindestfläche vor.
Besondere Anforderungen
1)  Es dürfen zwei Tiere zusammen gehalten werden; eine Paarhaltung ist jedoch nicht notwendig. Bei solitär lebenden Arten dürfen zwei verträgliche Tiere auf der Mindestgehegegrösse gehalten werden.
2)  Das Gehege muss mit verschiedenen Klettermöglichkeiten, wie z. B. Pflanzen, Ästen oder Rindenstücken, ausgestattet sein.
3)  Das Gehege muss Versteckmöglichkeiten, wie Höhlen, Spalten oder Laub, aufweisen.
4)  Das Gehege muss mit Grünpflanzen ausgestattet sein, auf denen sich die Tiere aufhalten können.
5)  Das Gehege muss mit Bromelien oder vergleichbaren trichterförmigen Grünpflanzen ausgestattet sein.
6)  Die Tiere müssen die Winter- oder Kältestarre in lockerem, grabfähigem Substrat verbringen können.
7)  Es muss eine Wasserschale, ein mit Wasser gefülltes Gefäss, mit Wasser gefüllte Pflanzen (z. B. Bromelien) oder ein Wasserlauf vorhanden sein.
8)  Der Gehegeboden muss mit lockerem, grabfähigem Substrat ausgestattet sein, damit die Tiere sich zur Trockenruhe (Ästivation) zurückziehen können.
9)  Hohe Luftfeuchtigkeit.
10)  Das Becken für überwiegend aquatisch lebende Arten muss eine ausreichende Infrastruktur mit Versteckmöglichkeiten aufweisen.
11)  Saisonal stark schwankendes Klima. Starke Absenkung der Temperatur während der Nacht.
12) Filter oder Frischwasserzulauf.


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