vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 455.110.2 - Edition Optobyte AG

Verordnung des BLV über den Tierschutz beim Schlachten
2. Abschnitt

Ausladen, Unterbringen und Betreuen von Tieren in Schlachtbetrieben


Verantwortlichkeiten


Art. 2

1 Die Betreiberin des Schlachtbetriebs ist als Empfängerin der Tiere nach Artikel 153 TSchV verantwortlich für:
a. die Übernahme der Tiere;
b. das Wartenlassen oder Aufstallen der Tiere im Schlachtbetrieb (Unterbringung); und
c. die Pflege der Tiere.
2 Sie muss die Personen bestimmen, welche die Tiere übernehmen, unterbringen und pflegen.

Ausladen


Art. 3

1 Schlachtbetriebe müssen über geeignete Einrichtungen zum Ausladen der Tiere aus den Transportmitteln verfügen.
2 Ausladeeinrichtungen wie Laufstege oder Rampen müssen mit Schutzvorrichtungen versehen sein, damit die Tiere nicht stürzen oder entweichen können.
3 Ausladerampen dürfen höchstens eine Neigung von 20 Grad haben. Bei einem Gefälle über 10 Grad müssen sie mit einer Trittsicherung versehen sein.

Zeitpunkt der Schlachtung


Art. 4

1 Andere Tiere als Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine sind spätestens vier Stunden nach der Ankunft im Schlachtbetrieb zu schlachten.
2 Tiere, die bis zu ihrer Schlachtung in Transportbehältern verbleiben, sind spätestens zwei Stunden nach der Ankunft im Schlachtbetrieb zu schlachten. Ist im Wartebereich ein aktives Belüftungssystem vorhanden, so kann diese Zeitdauer auf maximal vier Stunden erhöht werden.
3 Milchabhängige Jungtiere müssen am Tag ihrer Ankunft geschlachtet werden.

Anforderungen an die Unterbringung


Art. 5

1 Treibgänge dürfen nicht zur Unterbringung genutzt werden.
2 Für Tiere, die maximal vier Stunden nach der Ankunft geschlachtet werden, müssen die Mindestanforderungen nach Anhang 4 TSchV erfüllt sein. Tiere, die mehr als vier Stunden nach der Ankunft geschlachtet werden, sind nach Anhang 1 TSchV unterzubringen.
3 Stallungen sowie Wartebereiche für Tiere in Transportbehältern müssen über ein wirkungsvolles Lüftungssystem verfügen. Besteht dieses aus einer aktiven Belüftung, so muss die Frischluftzufuhr auch bei einem Ausfall der Anlage gesichert sein.
4 In Wartebereichen im Freien ist für angemessenen Witterungsschutz zu sorgen.
5 Schweine müssen bei hohen Umgebungstemperaturen oder schwülem Wetter durch Besprühen mit Wasser abgekühlt werden.
6 Kranke, verletzte und geschwächte Tiere sind getrennt von anderen Tieren unterzubringen und müssen so schnell als möglich nach der Ankunft im Schlachtbetrieb geschlachtet oder getötet werden.
7 Tiere mit hochakuten oder hochgradig schmerzhaften Beeinträchtigungen sind unverzüglich zu betäuben und zu töten.

Zusätzliche Anforderungen für das Aufstallen über Nacht


Art. 6

1 Für Tiere nach Artikel 3 Buchstabe b der Verordnung vom 23. November 20051 über das Schlachten und die Fleischkontrolle (Schlachtvieh), die nicht am Tag der Ankunft geschlachtet werden, gelten die Artikel 3-14 TSchV sowie Anhang 1 TSchV.
2 Die Überwachung des Befindens nach Artikel 181 Absatz 7 TSchV und die Versorgung der Tiere müssen am Abend des Anlieferungstages und danach regelmässig im Abstand von höchstens zwölf Stunden erfolgen.
3 Die kontrollierende Person muss Datum und Uhrzeit der Kontrolle sowie ihren Namen festhalten. Die entsprechenden Dokumente sind der amtlichen Tierärztin oder dem amtlichen Tierarzt auf Verlangen vorzuweisen.

Belegungsplan


Art. 7

1 Für Stallungen zur Unterbringung der Tiere im Schlachtbetrieb muss ein Belegungsplan vorliegen.
2 Der Belegungsplan muss die maximal zulässige Belegdichte zur Unterbringung bis vier Stunden und zur Unterbringung von mehr als vier Stunden je Tierart und Tierkategorie enthalten.


1 SR 817.190

vorheriges Kapitelerste Seite des Titelsnächstes Kapitel    [Inhalt]  SR 455.110.2 - Edition Optobyte AG