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Verordnung des BLV über die Haltung von Versuchstieren und die Erzeugung gentechnisch veränderter Tiere sowie über die Verfahren bei Tierversuchen
2. Abschnitt

Haltung von Versuchstieren


Überwachung der Versuchstiere


Art. 2

(Art. 121 TSchV)
1 Technische Einrichtungen wie Lüftung und automatische Tränkeanlage sind mit einem Alarmsystem abzusichern, sofern der Ausfall oder eine Fehlfunktion zu Schäden für die Tiere führt.
2 Der Zustand der Haltungsumgebung der Tiere, insbesondere Einstreu, Futter und Wasser, sowie das Wohlergehen der Tiere sind täglich zu kontrollieren.
3 Bei kleinen Nagetieren ist das Wohlergehen im Rahmen des Umsetzens in saubere Käfige zu kontrollieren. Die Tiere sind zusätzlich mindestens dreimal wöchentlich visuell zu kontrollieren. Während des Wochenendes müssen der Zustand der Haltungsumgebung und das Wohlergehen nicht kontrolliert werden, wenn mit konkreten Daten zur bisherigen Überwachung nachgewiesen wird, dass die Tiere dadurch keinen Nachteil erleiden.
4 Als kleine Nagetiere gelten die in Anhang 3 Tabelle 1 TSchV aufgezählten Tiere.
5 Werden bei einem Tier Belastungen festgestellt, so sind an den Gehegen oder Käfigen Markierungen anzubringen.
6 Die Kontrollhäufigkeit nach den Absätzen 2 und 3 ist je nach Belastung zu erhöhen.
7 Die Kontrollen sind in einem Protokoll festzuhalten.

Einzelhaltung unverträglicher Tiere


Art. 3

(Art. 119 Abs. 2 TSchV)
Der Beginn und das Ende der Einzelhaltung unverträglicher Tiere sowie besondere Vorkommnisse in ihrem Verlauf sind zu protokollieren.

Auslauf für Hunde


Art. 4

(Art. 71 Abs. 2 TSchV)
Für Hunde kann der Auslauf in einem Gehege im Freien stattfinden.

Markierung kleiner Nagetiere


Art. 5

(Art. 120 TSchV)
1 Zum Markieren von kleinen Nagetieren, die zur Zucht bestimmt sind, dürfen invasive Methoden wie Tätowierungen, Mikrochips, Ohrlochung oder Zehenspitzenamputationen angewendet werden.
2 Zum Markieren von kleinen Nagetieren, die nicht zur Zucht bestimmt sind, bedarf die Anwendung invasiver Methoden einer konkreten, versuchsbedingten Begründung im Einzelfall.
3 Die Markierung mit Ohrmarken ist unzulässig.
4 Eine aufgrund der Genotypisierung notwendige Markierung ist mit der Biopsie zu kombinieren.

Massnahmen und Eingriffe in Tierräumen


Art. 6

(Art. 135 Abs. 9 TSchV)
Folgende Massnahmen und Eingriffe dürfen in Räumen durchgeführt werden, in denen Tiere gehalten werden:
a. Markierungen;
b. Verabreichungen wie kurze Injektionen und Gavagen;
c. Entnahme von Proben wie Blut, Haar, Urin und Speichel.

Dokumentation


Art. 7

(Art. 114 TSchV)
1 Die personelle Zuteilung sowie die Instruktion der Personen, die Versuchstiere betreuen, sind nachvollziehbar aufzuzeichnen.
2 In den Tierräumen muss ersichtlich sein, wer die Verantwortung für die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen bei jedem einzelnen Tier trägt.
3 Die Dokumentation zu Belastungserfassung und Abbruchkriterien muss dem Personal jederzeit zugänglich sein.

Ausbildungsstand des Tierpflegepersonals


Art. 8

(Art. 116 TSchV)
Mindestens ein Drittel des für die Betreuung der Tiere erforderlichen Stellenumfangs muss von Personen besetzt sein, die über eine Ausbildung als Tierpflegerin oder Tierpfleger nach Artikel 195 TSchV verfügen.


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