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Verordnung des BLV über die Haltung von Versuchstieren und die Erzeugung gentechnisch veränderter Tiere sowie über die Verfahren bei Tierversuchen
3. Abschnitt

Erzeugung, Zucht und Haltung gentechnisch veränderter Versuchstiere und belasteter Mutanten


Anerkannte Methoden zur Erzeugung gentechnisch veränderter Tiere


Art. 9

(Art. 142 Abs. 4 TSchV)
1 Als anerkannt gelten die in Anhang 1 aufgeführten Methoden zur Erzeugung gentechnisch veränderter Tiere.
2 Eine Methode kann anerkannt werden, wenn sie in der Praxis verbreitet eingesetzt wird und im Vergleich zu anderen Methoden tierschonend ist. Dabei sind sowohl die Durchführung der Eingriffe und Massnahmen als auch die Erfolgsrate und die Anzahl der überzähligen Tiere zu berücksichtigen.
3 Die anerkannten Methoden müssen tierschonend nach einem Standardprotokoll durchgeführt werden.
4 Die Versuchstierhaltungen müssen zuhanden der kantonalen Bewilligungsbehörde einen Leistungsausweis über die Erfolgsrate bei der Anwendung der anerkannten Methoden führen. Ist die Erfolgsrate ungenügend, so trifft die Versuchstierhaltung Massnahmen zur Verbesserung.

Genotypisierung


Art. 10

(Art. 120 Abs. 1 und 123 TSchV)
1 Im Rahmen der Erzeugung und Zucht gentechnisch veränderter Tiere sind zur Genotypisierung folgende Methoden und deren Kombinationen zulässig:
a. nichtinvasive Methoden wie die Untersuchung von Kot oder Speichel;
b. Methoden, die mit der Markierung der Tiere kombiniert werden;
c. Blutentnahmen.
2 Schwanzbiopsien sind nur in begründeten, versuchsbedingten Einzelfällen zulässig. Es dürfen maximal 5 mm des Schwanzes entfernt werden.
3 Bei kleinen Nagetieren sind als kombinierte Markierungs- und Genotypisierungsmethoden zulässig:
a. Amputation des ersten Glieds einer Zehe in den ersten zwölf Tagen nach der Geburt; es dürfen maximal zwei Zehenspitzen pro Tier amputiert werden;
b. Kennzeichnung mittels Ohrlochung oder -kerbung nach dem Absetzen.

Phänotypisierung


Art. 11

(Art. 124 TSchV)
Im Rahmen der Erzeugung und Zucht von Tierlinien oder -stämmen sind das Töten von Tieren für anatomische und pathologische Zwecke sowie Untersuchungen wie Verhaltenstests mit leichter Belastung und Blutentnahmen zulässig, soweit sie der Beschreibung der Eigenschaften der Tierlinien und -stämme dienen. Die Untersuchungen sind tierschonend durchzuführen.


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