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Verordnung des VBS über die Armeetiere
3. Abschnitt

Miete von Armeepferden


Miete


Art. 9

1 Pferde können als Armeepferde gemietet werden, wenn sie:
a. mindestens 4 und höchstens 16 Jahre alt sind;
b. ein Stockmass haben von:
1. mindestens 160 cm bei Reitpferden,
2. 148-160 cm bei Freibergerpferden,
3. 145-160 cm bei Maultieren;
c. mit zwei Grundimpfungen im Abstand von 21-92 Tagen sowie jeweils einer Wiederholungsimpfung innert 365 Tagen gegen Pferdeinfluenza und Tetanus geimpft sind;
d. an den Vorderhufen mit der korrekten Huf-Nummer markiert sind;
e. mit guten, der Jahreszeit entsprechenden Beschlägen zur Schatzung gestellt werden.
2 Anlässlich der Miete wird eine Pferdelieferungsliste erstellt. Diese dient als Grundlage für die Berechnung der Entschädigung anhand der geleisteten Diensttage des Armeetieres.
3 Die Beschläge müssen vier ausgedornte Stollenlöcher aufweisen. Mangelhafte Beschläge werden bei der Schatzung im Schatzungsprotokoll und in der Pferdelieferungsliste vermerkt. Sie sind auf Kosten der Vermietenden durch die Truppenhufschmiede instand zu stellen.
4 Vom Militärdienst ausgeschlossen sind:
a. Hengste, Spitzhengste sowie trächtige und säugende Stuten;
b. bösartige und stätige Pferde;
c. blinde oder halbblinde Pferde;
d. Pferde mit ansteckenden Krankheiten;
e. Pferde, die wegen chronischen Krankheiten, Fehlern oder Mängeln für einen anstrengenden Dienst untauglich sind;
f. ausser Dienst gestellte Pferde;
g. koppende Pferde.

Schatzung


Art. 10

1 Gemietete Pferde sind bei der Übernahme und bei der Rückgabe zu schätzen. Angehörige der Armee haben bei der Schatzung des von ihnen gestellten Pferdes anwesend zu sein.
2 Die Schatzung der Pferde wird von einem Veterinärarztoffizier vorgenommen.
3 Die LBA organisiert den Transport der Pferde zu und von den Schatzungen. Sie trägt die Transportkosten.

Schatzungssumme


Art. 11

1 Die Schatzungssumme für Trainpferde und Maultiere stimmt mit dem Ankaufspreis überein.
2 Die Höchstschatzungen betragen:
a. für Reitpferde:
1. bis 8 Jahre: 14 000 Franken,
2. 9-12 Jahre: 12 000 Franken,
3. 13 Jahre und älter: 10 000 Franken;
b. für Trainpferde und Maultiere:
1. bis 8 Jahre: 8000 Franken,
2. 9-12 Jahre: 6500 Franken,
3. 13 Jahre und älter: 5000 Franken.

Rückzug


Art. 12

1 Die Angehörigen der Armee können ihr Pferd während der Übernahme sofort zurückziehen, wenn sie mit der Schatzungssumme oder der Eintragung von Mängeln nicht einverstanden sind.
2 Nach der Übernahme dürfen sie ihr Pferd während eines Dienstes nur mit Bewilligung der LBA zurückziehen.

Rückweisung


Art. 13

1 Bei der Übernahme als dienstunfähig befundene Pferde werden an die Angehörigen der Armee zurückgewiesen, die das Pferd gestellt haben.
2 Jederzeit an die Vermietenden zurückgewiesen werden können für untauglich erklärte Armeepferde (Art. 21).

Überprüfung der Schatzung durch den Kommandanten


Art. 14

1 Der Kommandant lässt bei Dienstbeginn den Gesundheitszustand sämtlicher Pferde überprüfen. Er ordnet innert fünf Tagen nach der Übernahme eine Überprüfung des Bestandes durch den Veterinärarztoffizier an.
2 Stellt der Veterinärarztoffizier bei der Überprüfung vordienstliche Mängel und Krankheiten fest, die bei der Übernahme übersehen wurden, so trägt er sie im Schatzungsprotokoll nach und meldet sie der LBA.
3 Der Kommandant kann Pferde an die Angehörigen der Armee zurückweisen, wenn:
a. sich vordienstliche Mängel und Krankheiten zeigen, die eine Übernahme ausgeschlossen hätten;
b. vordienstliche Mängel und Krankheiten sich so verschlimmert haben, dass das Pferd dienstunfähig geworden ist.

Rückgabe


Art. 15

1 Die Pferde sind am Schluss eines Dienstes oder beim Austritt aus einer Pferdekuranstalt oder Tierklinik zu schätzen.
2 Sie sind mit diensttauglichen Beschlägen vorzuführen. Mangelhafte Beschläge sind im Schatzungsprotokoll und auf der Pferdelieferungsliste zu vermerken. Die LBA erstattet den Angehörigen der Armee die Kosten des Hufbeschlages zurück; sie richtet sich dabei nach der Preisempfehlung der Schweizerischen Metall-Union.
3 Das Ergebnis der Schatzung ist im Schatzungsprotokoll einzutragen.
4 Angehörige der Armee, die ihr Pferd am Schluss des Dienstes nicht zur Schatzung vorführen, verlieren jeden Anspruch auf Entschädigungen.

Rücknahme


Art. 16

1 Die Angehörigen der Armee sind verpflichtet, nach der Rückgabe ihre Pferde zurückzunehmen.
2 Nicht zurückgenommene Pferde werden unter Benachrichtigung der Angehörigen der Armee und auf deren Rechnung und Gefahr anderweitig angemessen untergebracht.


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