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Bundesgesetz über die Anschlussgleise
vom 5. Oktober 1990 (Stand am 1. Januar 2010)
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
gestützt auf die Artikel 22ter, 26 und 64 der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 14. November 19883,
beschliesst:
1. Abschnitt

Allgemeine Bestimmungen


Gegenstand


Art. 1

Dieses Gesetz regelt:
a.4 die Beziehungen der Anschliesser und Mitbenützer mit Infrastrukturbetreiberinnen und Eisenbahnverkehrsunternehmen;
b. die Beziehungen der Anschliesser unter sich und mit Mitbenützern;
c. Bau und Betrieb der Anschlussgeleise.

Begriffe


Art. 2

In diesem Gesetz gelten als:
a. Anschliesser: wer an einem Anschlussgleis ein dingliches Recht hat;
b. Voranschliesser: der Anschliesser, dessen Gleis zwischen dem Bahnnetz oder dem Stammgleis und dem Gleis eines Nachanschliessers liegt;
c. Nachanschliesser: der Anschliesser, der das Gleis eines Voranschliessers benützen muss, um zum Bahnnetz oder zum Stammgleis zu gelangen;
d. Mitbenützer: wer vertraglich berechtigt ist, ein Anschlussgleis zu benützen, ohne selbst Anschliesser zu sein;
e.5 Infrastrukturbetreiberin: ein Eisenbahnunternehmen mit einer Infrastrukturkonzession nach Artikel 5 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 19576 (EBG);
ebis.7 Eisenbahnverkehrsunternehmen: ein Eisenbahnunternehmen mit einer Konzession oder Bewilligung nach den Artikeln 6-8 des Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 20098 oder einer Bewilligung nach Artikel 9 EBG;
f. Anschlussgleise: die Stamm-, Verbindungs- und Ladegleise;
g. Stammgleise: die Gleise, die vom Bahnnetz aus verschiedene Verbindungsgleise erschliessen;
h. Verbindungsgleise: die Gleise, die den Anschliesser mit dem Bahnnetz, mit dem Stammgleis oder mit dem Gleis eines Voranschliessers verbinden;
i. …9
k. Anschlusspunkt: die Stelle, wo ein Anschlussgleis an das Bahnnetz, an das Stammgleis oder an ein anderes Verbindungsgleis anschliesst;
l.10 Übergabepunkt: die Stelle, wo Wagen vom Eisenbahnverkehrsunternehmen an den Anschliesser oder umgekehrt übergeben werden.

Pflicht zur Anschlussgewährung


Art. 311

Die Infrastrukturbetreiberin muss den Anschluss an ihr Netz gewähren, wenn dieser weder die Abwicklung und Sicherheit des Bahnbetriebes noch den künftigen Ausbau der Bahnanlagen beeinträchtigt und ein Bedürfnis ausgewiesen ist. Sie darf keine unverhältnismässigen Bedingungen an die Gewährung knüpfen.

Eigentumsverhältnisse


Art. 4

1 Das Anschlussgleis und der Boden, auf dem es liegt, können verschiedene Eigentümer haben.
2 Das Recht, ein Anschlussgleis zu erstellen und zu benützen, kann als Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen werden.
3 Ist das Recht, ein Anschlussgleis zu erstellen und zu benützen, als Dienstbarkeit errichtet und ist der belastete Grundeigentümer selbst nicht Anschliesser, so wird vermutet, dass der Berechtigte Eigentümer des Anschlussgleises ist.
4 Haben mehrere Personen Eigentum an einem Anschlussgleis, so sind sie daran Miteigentümer zu gleichen Teilen, wenn nichts anderes vereinbart oder vom Richter festgelegt ist und wenn nicht von Gesetzes wegen Gesamteigentum besteht.

Erschliessung


Art. 5

1 Die Kantone sorgen, soweit dies möglich und verhältnismässig ist, durch Massnahmen der Raumplanung dafür, dass die Industrie- und Gewerbezonen mit Anschlussgleisen erschlossen werden.
2 Muss ein bestehender Nutzungsplan zu diesem Zwecke ergänzt werden, so entscheidet über die Linienführung der Anschlussgleise die für den Erlass von Planungszonen (Art. 27 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 197912 zuständige kantonale Behörde.


1 [BS 1 3; AS 1969 1249]. Den genannten Bestimmungen entsprechen heute Art. 26, 36, 87 und 122 der BV vom 18. April 1999 (SR 101).
2 Fassung gemäss Anhang Ziff. 19 des Gerichtsstandsgesetzes vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (SR 272).
3 BBl 1988 III 1438
4 Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Änderungen des Transportrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973 5980; BBl 2007 4377).
5 Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Änderungen des Transportrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973 5980; BBl 2007 4377).
6 SR 742.101
7 Eingefügt durch Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Änderungen des Transportrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973; BBl 2007 4377). Fassung gemäss Ziff. II 16 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).
8 SR 745.1
9 Aufgehoben durch Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Änderungen des Transportrechts), mit Wirkung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973 5980; BBl 2007 4377).
10 Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Änderungen des Transportrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973 5980; BBl 2007 4377).
11 Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Änderungen des Transportrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973 5980; BBl 2007 4377).
12 SR 700

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