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Tierseuchenverordnung
3. Titel

Bekämpfungsmassnahmen

2. Kapitel

Hochansteckende Seuchen

5. Abschnitt

1 Pferdepest


Allgemeines


Art. 112

1 Als empfänglich für die Pferdepest gelten Pferde, Zebras, Esel und die Kreuzungen zwischen diesen.
2 Pferdepest liegt vor, wenn in einem Bestand mit empfänglichen Tieren bei mindestens einem Tier ein Pferdepest-Virus nachgewiesen wurde.
3 Die Inkubationszeit beträgt 40 Tage.

Überwachung


Art. 112a

1 Das BLV kann nach Anhören der Kantone ein Programm festlegen:
a. zur Überwachung der Bestände mit empfänglichen Tieren;
b. zur Überwachung der Mückenarten, die als Überträger von Pferdepest-Viren in Frage kommen.
2 Das BLV kann Vorschriften technischer Art über vorbeugende Massnahmen zum Schutz der empfänglichen Tiere vor Mückenbefall erlassen.

Verdachtsfall


Art. 112b

1 Der Kantonstierarzt verhängt bei Seuchen- oder Ansteckungsverdacht auf Pferdepest die einfache Sperre 1. Grades über den verdächtigen Bestand. Ausserdem ordnet er an:
a.2 die Untersuchung der betroffenen Tiere auf Pferdepest-Viren;
b. Massnahmen zur Verminderung des Mückenbefalls.
2 Der Verdacht gilt als widerlegt, wenn keine Viren nachgewiesen werden.
3 Das BLV erlässt Vorschriften technischer Art über die Probenahme und die Untersuchung der Proben sowie über die Massnahmen zur Verminderung des Mückenbefalls.

Seuchenfall


Art. 112c

1 Der Kantonstierarzt verhängt bei Feststellung der Pferdepest die einfache Sperre 1. Grades über den verseuchten Bestand. Ausserdem ordnet er an:
a. die Tötung und Entsorgung der verseuchten Tiere;
b. Massnahmen zur Verminderung des Mückenbefalls.
2 Er kann empfängliche Tiere von den Sperrmassnahmen befreien, wenn:
a. die Untersuchung auf Pferdepest einen negativen Befund ergeben hat; und
b. die Tiere seit der Untersuchung ohne Unterbruch nach Artikel 112b Absatz 1 Buchstabe b gegen Mückenbefall geschützt worden sind.
3 Er hebt die Sperrmassnahmen auf, wenn alle empfänglichen Tiere des Bestandes:
a. zweimal im Abstand von mindestens 30 Tagen serologisch untersucht wurden und keine neue Ansteckung festgestellt wurde; oder
b. gegen Pferdepest geimpft wurden und seither mindestens 30 Tage verstrichen sind.
4 In Abweichung von Absatz 1 Buchstabe a kann das BLV anordnen, dass auf die Tötung und Entsorgung von verseuchten Tieren verzichtet wird, wenn dadurch die Ausbreitung der Pferdepest nicht verhindert werden kann.

Pferdepest-Zone


Art. 112d

1 Die Pferdepest-Zone umfasst ein Gebiet im Umkreis von ungefähr 100 km um die verseuchten Bestände. Bei der Festlegung von Pferdepest-Zonen sind geografische Gegebenheiten, Kontrollmöglichkeiten und epidemiologische Erkenntnisse zu berücksichtigen.
2 Das BLV legt den Umfang der Pferdepest-Zone nach Anhören der Kantone fest. Es hebt die Zone nach Anhören der Kantone auf, wenn während mindestens eines Jahres bei empfänglichen Tieren keine Pferdepest-Viren festgestellt wurden.
3 Das BLV legt fest, unter welchen Bedingungen empfängliche Tiere sowie deren Samen, Eizellen und Embryonen aus der Pferdepest-Zone verbracht werden dürfen.

Vektorfreie Perioden und Gebiete


Art. 112e

1 Perioden und Gebiete, in denen keine oder nur wenige Mücken auftreten, die als Überträger von Pferdepest-Viren in Frage kommen, können vom BLV nach Anhören der Kantone als vektorfrei erklärt werden.
2 Während vektorfreier Perioden und in vektorfreien Gebieten kann der Kantonstierarzt auf die Anordnung von Sperrmassnahmen, Massnahmen zur Verminderung des Mückenbefalls und Impfungen ganz oder teilweise verzichten.

Impfungen


Art. 112f

1 Die Impfung gegen die Pferdepest ist verboten. Zulässig ist die Impfung von empfänglichen Tieren, die für die Ausfuhr bestimmt sind, wenn dafür eine Bewilligung des BLV vorliegt.
2 Die Einfuhr von geimpften Tieren ist zulässig.
3 Bei Ausbruch oder drohendem Ausbruch der Pferdepest in der Schweiz kann das BLV nach Anhören der Kantone für empfängliche Tiere Impfungen gegen Pferdepest-Viren zulassen oder vorschreiben. Es bestimmt in einer Verordnung:
a. die Gebiete, in denen eine Impfung zugelassen oder vorgeschrieben ist;
b. Art und Einsatz der Impfstoffe.


Art. 113-115

Aufgehoben


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. Mai 2011, in Kraft seit 1. Juli 2011 (AS 2011 2691).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2069).

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