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Tierseuchenverordnung
3. Titel

Bekämpfungsmassnahmen

3. Kapitel

Auszurottende Tierseuchen

8. Abschnitt

Infektiöse bovine Rhinotracheitis/Infektiöse pustulöse Vulvovaginitis


Diagnose


Art. 170

1 Infektiöse bovine Rhinotracheitis / Infektiöse pustulöse Vulvovaginitis (IBR/IPV) liegt vor, wenn:
a. die blutserologische Untersuchung einen positiven Befund ergeben hat; oder
b. bovines Herpesvirus Typ I nachgewiesen wurde.1
2 Die Inkubationszeit beträgt 30 Tage.

Amtliche Anerkennung und Überwachung


Art. 171

1 Alle Rinderbestände gelten als amtlich anerkannt IBR/IPV-frei. Im Verdachts- oder Seuchenfall wird dem betroffenen Bestand die Anerkennung bis zur Aufhebung der Sperre entzogen.
2 Zuchtstiere, die älter sind als 24 Monate, werden durch eine jährliche blutserologische Untersuchung überwacht.2

Verdachtsfall


Art. 172

1 Bei Seuchen- oder Ansteckungsverdacht auf IBR/IPV ordnet der Kantonstierarzt über den betroffenen Bestand an:
a. die einfache Sperre 1. Grades bis zur Widerlegung des Verdachts; und
b. die serologische Untersuchung aller Tiere.
2 Der Verdacht gilt als widerlegt, wenn die Wiederholung der serologischen Untersuchung aller Tiere nach 30 Tagen einen negativen Befund ergeben hat.

Seuchenfall


Art. 173

1 Der Kantonstierarzt verhängt bei Feststellung von IBR/IPV die einfache Sperre 1. Grades über den verseuchten Bestand. Ausserdem ordnet er an, dass:
a. verdächtige und verseuchte Tiere geschlachtet werden;
b. Milchrückstände, die bei der Verarbeitung von Milch aus gesperrten Beständen anfallen, pasteurisiert werden, bevor sie an Kälber verfüttert werden;
c. die Stallungen gereinigt und desinfiziert werden.
2 Er hebt die Sperre auf, nachdem die blutserologische Untersuchung aller Tiere einen negativen Befund ergeben hat. Die Proben dürfen frühestens 30 Tage nach Ausmerzung des letzten verseuchten Tieres erhoben werden.

Künstliche Besamung


Art. 174

Samen von Stieren, die serologisch positiv sind oder waren, darf nicht für die künstliche Besamung verwendet werden. Das BLV kann nach Absprache mit den Kantonstierärzten die Verwendung von Samen, der vor dem mutmasslichen Zeitpunkt der Ansteckung gewonnen wurde, bewilligen.


1 Fassung gemäss Ziff. 1 der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6859).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 28. März 2001, in Kraft seit 15. April 2001 (AS 2001 1337).

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