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Tierseuchenverordnung
3. Titel

Bekämpfungsmassnahmen

3. Kapitel

Auszurottende Tierseuchen

14. Abschnitt

Pferdeseuchen: Beschälseuche, Infektiöse Anämie, Rotz1


Geltungsbereich und Diagnose


Art. 204

1 Die Vorschriften dieses Abschnitts gelten für die Bekämpfung der folgenden Seuchen bei Pferden, Eseln, Zebras und bei den Kreuzungen zwischen diesen:
a. Beschälseuche (Trypanosoma equiperdum);
b.2 …
c. Infektiöse Anämie;
d. Rotz.
2 Das BLV bestimmt die Untersuchungsmethoden zum Nachweis der Pferdeseuchen. Es berücksichtigt dabei die vom Internationalen Tierseuchenamt anerkannten Untersuchungsmethoden.

Meldepflicht


Art. 2053

Der Kantonstierarzt meldet jeden Ausbruch von Rotz dem Kantonsarzt.

Verdachts- und Seuchenfall


Art. 206

1 Liegt ein Verdacht vor, ordnet der Kantonstierarzt bis zu dessen Widerlegung die einfache Sperre 1. Grades über den seuchen- oder ansteckungsverdächtigen Bestand an.
2 Im Seuchenfall ordnet der Kantonstierarzt an:
a. die einfache Sperre 1. Grades;
b. die epidemiologische Abklärung;
c. die Ausmerzung der verseuchten Tiere;
d. die Reinigung und Desinfektion der Stallungen.
2bis Bei Feststellung von Infektiöser Anämie ordnet der Kantonstierarzt zusätzlich die Ausdehnung der einfachen Sperre 1. Grades auf alle Equidenhaltungen im Umkreis von mindestens einem Kilometer um den verseuchten Bestand an.4
3 Bei Feststellung von Rotz ordnet der Kantonstierarzt zusätzlich an:5
a. die Tötung und Entsorgung der verseuchten Tiere;
b. die Untersuchung der zur Schlachtung bestimmten Tiere des gesperrten Bestandes durch den amtlichen Tierarzt.
4 Die Sperre wird aufgehoben, wenn die Untersuchung der verbleibenden Tiere den Nachweis erbracht hat, dass sie frei von Seuchenerregern sind.
5 Bei Infektiöser Anämie wird die Sperre aufgehoben, wenn:
a. nach dem Ausmerzen der verseuchten Tiere alle übrigen Equiden zweimal im Abstand von mindestens 90 Tagen mit negativem Laborbefund untersucht worden sind; oder
b. die verseuchten Tiere ausgemerzt wurden und feststeht, dass sie seit ihrer Ankunft im Bestand so gehalten wurden, dass eine Weiterverbreitung der Krankheit ausgeschlossen ist.6


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Aug. 2014 (AS 2014 2243).
2 Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 20. Juni 2014, mit Wirkung seit 1. Aug. 2014 (AS 2014 2243).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Aug. 2014 (AS 2014 2243).
4 Eingefügt durch Ziff. 1 der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6859).
5 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Aug. 2014 (AS 2014 2243).
6 Eingefügt durch Ziff. 1 der V vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6859).

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