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Tierseuchenverordnung
3. Titel

Bekämpfungsmassnahmen

4. Kapitel

Zu bekämpfende Seuchen

9. Abschnitt

Ansteckende Pferdemetritis


Geltungsbereich und Diagnose


Art. 240

1 Die Vorschriften dieses Abschnitts gelten für die Bekämpfung der ansteckenden Pferdemetritis bei Pferden und Eseln infolge von Infektionen mit Taylorella equigenitalis.
2 Ansteckende Pferdemetritis (CEM) liegt vor, wenn im Untersuchungsmaterial Taylorella equigenitalis bakteriologisch nachgewiesen wurde. Das BLV kann weitere Untersuchungsmethoden zulassen.

Meldepflicht


Art. 241

Stellen Untersuchungslaboratorien Taylorella equigenitalis fest, so müssen sie dies unverzüglich dem Kantonstierarzt melden.

Überwachung


Art. 242

1 Die Halter von Zuchttieren müssen:
a. Massnahmen gegen die Übertragung der Krankheit durch Personen, Geräte und Fahrzeuge treffen;
b. die Stuten an den Tagen nach dem Decken beobachten;
c. Tiere, die aus dem Ausland eingeführt, im Ausland gedeckt oder zum Decken verwendet wurden, vor dem Decken in der Schweiz bakteriologisch auf CEM untersuchen lassen.
2 Die Halter von Zuchthengsten müssen diese jährlich zwischen dem 1. Januar und dem Beginn der Deckperiode bakteriologisch auf CEM untersuchen lassen.
3 Bei erhöhter Seuchengefahr kann:
a. das BLV während der Decksaison die regelmässige Untersuchung der Zuchthengste anordnen;
b. der Kanton die bakteriologische Untersuchung sämtlicher Stuten vor dem Decken anordnen.

Verdachts- und Seuchenfall


Art. 243

1 Im Verdachts- oder Seuchenfall ordnet der Kantonstierarzt an, dass:
a. verseuchte und verdächtige Zuchttiere nicht gedeckt oder zum Decken verwendet werden;
b. verseuchte Tiere nicht gemeinsam mit Pferden oder Eseln anderer Tierhalter geweidet oder an Märkten und Ausstellungen aufgeführt werden.
2 Die vorstehenden Einschränkungen gelten:
a. bei verdächtigen Tieren, bis in einer bakteriologischen Untersuchung keine Erreger nachgewiesen werden;
b. bei verseuchten Hengsten, bis in drei bakteriologischen Untersuchungen, die in Abständen von drei Tagen entnommen wurden, keine Erreger nachgewiesen werden;
c. bei verseuchten Stuten, bis in drei bakteriologischen Untersuchungen, die in Abständen von einer Woche entnommen wurden, keine Erreger nachgewiesen werden.
3 Bei Tieren, die verseucht waren, muss die Heilung unmittelbar vor Beginn der nächsten Deckperiode durch eine weitere bakteriologische Untersuchung bestätigt werden.
4 Wer ein verseuchtes oder verdächtiges Tier veräussert, muss den Erwerber über den Gesundheitszustand des Tieres informieren und dem Kantonstierarzt den Erwerber melden.

Entschädigung


Art. 244

Tierverluste wegen CEM werden nicht entschädigt.


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