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Tierseuchenverordnung
3. Titel

Bekämpfungsmassnahmen

4. Kapitel

Zu bekämpfende Seuchen

9a. Abschnitt

1 Pferdeenzephalomyelitiden: westliche, östliche und venezolanische Enzephalomyelitis, West-Nil-Fieber, japanische Enzephalitis


Geltungsbereich und Diagnose


Art. 244a

1 Die Vorschriften dieses Abschnitts gelten für die Bekämpfung von Pferdeenzephalomyelitiden bei Pferden, Eseln, Zebras und bei den Kreuzungen zwischen diesen.
2 Pferdeenzephalomyelitiden liegen vor, wenn der Erreger einer Pferdeenzephalomyelitis nachgewiesen wurde.
3 Das BLV bestimmt die Untersuchungsmethoden zum Nachweis der Pferdeenzephalomyelitiden. Es berücksichtigt dabei die vom Internationalen Tierseuchenamt anerkannten Untersuchungsmethoden.
4 Das BLV kann die notwendigen Untersuchungen und Massnahmen zur Überwachung und Bekämpfung der Pferdeenzephalomyelitiden gebietsweise oder landesweit vorschreiben und sie auf weitere Tierarten ausweiten.

Meldepflicht


Art. 244b

Der Kantonstierarzt meldet jeden Verdacht auf Pferdeenzephalomyelitis dem Kantonsarzt.

Verdachtsfall


Art. 244c

1 Verdacht auf Pferdeenzephalomyelitis liegt vor, wenn:
a. die serologische Untersuchung bei einem Tier einen positiven Befund ergeben hat; oder
b. epidemiologische Abklärungen auf eine Verseuchung hindeuten.
2 Liegt ein Verdacht vor, so ordnet der Kantonstierarzt bis zu dessen Widerlegung die einfache Sperre 1. Grades über den betroffenen Bestand an.

Seuchenfall


Art. 244d

1 Der Kantonstierarzt verhängt bei Feststellung einer Pferdeenzephalomyelitis die einfache Sperre 1. Grades über den verseuchten Bestand.
2 Ausserdem ordnet er folgende Massnahmen an:
a. die epidemiologische Abklärung;
b. die Reinigung und Desinfektion der Stallungen;
c. weitere zur Verhinderung der Seuchenübertragung notwendige Massnahmen wie ein Verbot der Übertragung von Blutprodukten der Tiere des betroffenen Bestandes oder das Abschirmen des Bestandes gegenüber Mücken.
3 Bei Feststellung von venezolanischer Enzephalomyelitis ordnet der Kantonstierarzt zusätzlich die Ausmerzung der verseuchten Tiere an.
4 Er hebt die Sperre auf, wenn die Untersuchung der verbleibenden Tiere den Nachweis erbracht hat, dass diese nicht als Ansteckungsquelle für Menschen oder für andere Tiere in Betracht kommen.

Entschädigung


Art. 244e

Tierverluste nach Artikel 32 Absatz 1 Buchstaben a, b und d TSG werden nicht entschädigt.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Aug. 2014 (AS 2014 2243).

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