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Tierseuchenverordnung
3. Titel

Bekämpfungsmassnahmen

4. Kapitel

Zu bekämpfende Seuchen

13. Abschnitt

Infektiöse Laryngotracheitis der Hühner


Geltungsbereich und Diagnose


Art. 262

1 Die Vorschriften dieses Abschnitts gelten für die Bekämpfung der Infektiösen Laryngotracheitis (ILT) bei den Hühnern, Truthühnern und Fasanen.
2 ILT liegt vor, wenn:
a. die serologische Untersuchung einen positiven Befund ergeben hat; oder
b. das ILT-Virus (Herpesvirus) nachgewiesen wurde.
3 Die Inkubationszeit beträgt 21 Tage.

Verdachtsfall


Art. 263

Bei Seuchen- oder Ansteckungsverdacht auf ILT ordnet der Kantonstierarzt bis zur Widerlegung des Verdachts die einfache Sperre 1. Grades über den betroffenen Bestand an.

Seuchenfall


Art. 264

1 Der Kantonstierarzt ordnet bei Feststellung von ILT im verseuchten Bestand an:
a. die einfache Sperre 1. Grades;
b. die Tötung und Entsorgung aller Tiere des verseuchten Bestandes;
c. die Reinigung und die Desinfektion der Stallungen sowie der kontaminierten Eiertransportbehältnisse und Geräte.
2 Er hebt die Sperre frühestens 30 Tage nach dem letzten Seuchenfall auf.

Auslagerung von Bruteiern


Art. 264a1

1 Der Kantonstierarzt kann zur Erhaltung wertvollen Erbguts in Abweichung von Artikel 264 eine Auslagerung von Bruteiern aus einem verseuchten Bestand zulassen. In diesem Fall ordnet er an:
a. die einfache Sperre 1. Grades über den verseuchten Bestand;
b. die Tötung und Entsorgung von Vögeln, die klinisch erkrankt sind oder bei denen der Erreger nachgewiesen wurde;
c. die Reinigung und Desinfektion der Stallungen;
d. die Verbringung der desinfizierten Bruteier während maximal drei Monaten an einen vom gesperrten Bestand baulich und betrieblich unabhängigen Standort;
e. die Verbringungssperre über die aus den Bruteiern geschlüpften Jungtiere;
f. die Ausmerzung der Alttiere am bisherigen Standort nach der Gewinnung der Bruteier;
g. die abschliessende Reinigung und Desinfektion der Stallungen.
2 Er ordnet am neuen Standort eine Nachkontrolle aller Jungtiere im Alter von 8-12 Wochen an. Sie erfolgt durch die Entnahme von Blutproben und Choanen- beziehungsweise Trachealtupfer.
3 Fällt mindestens eine Probe der Nachkontrolle serologisch oder im Erregernachweis positiv aus, so müssen alle Jungtiere ausgemerzt und die Stallungen gereinigt und desinfiziert werden. Fällt die Nachkontrolle negativ aus, so hebt der Kantonstierarzt die Verbringungssperre über die Jungtiere auf.
4 Die einfache Sperre 1. Grades über den verseuchten Bestand wird frühestens 90 Tage nach der abschliessenden Reinigung und Desinfektion aufgehoben.

Entschädigung


Art. 265

Tierverluste wegen ILT werden nicht entschädigt.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 25. Mai 2011, in Kraft seit 1. Juli 2011 (AS 2011 2691).

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