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Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei
3. Abschnitt

Grundlagenbeschaffung und Förderung


Grundlagenbeschaffung


Art. 10

1 Die Kantone bezeichnen die Gewässerabschnitte auf ihrem Gebiet, in denen Fische und Krebse mit dem Gefährdungsstatus 1-3 leben.
2 Sie liefern dem Bundesamt bis Ende August die Angaben über die im Vorjahr eingesetzten und gefangenen Fische und Krebse. Sie gliedern diese nach:
a. Seen und Fliessgewässer;
b. Fisch- und Krebsarten;
c. Berufs- und Angelfischerei.
3 Überdies teilen sie dem Bundesamt die Ergebnisse ihrer Erhebungen über die Zusammensetzung der Fisch- und Krebsbestände sowie ihrer Massnahmen nach Artikel 9a mit.1

Erhebungen über Fisch- und Krebsbestände


Art. 11

1 Bevor die Kantone bei fischereispezifischen Erhebungen Fische oder Krebse markieren, teilen sie dem Bundesamt folgende Angaben mit:
a. den Zweck der Markierung;
b. die Markierungsart;
c. die Zahl der Tiere, die markiert werden;
d. die Bezeichnungen bei individueller Markierung;
e. den Beginn und die Dauer der Erhebung;
f. die Organisation der Auswertung.
2 Das Bundesamt erlässt im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Richtlinien über Markierungsmethoden, die nicht der Bewilligungspflicht nach Artikel 18 des Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 20052 unterstehen.3
3 Elektrofischfanggeräte dürfen nur mit Gleichstrom betrieben werden, wobei die Restwelligkeit höchstens 10 Prozent des arithmetischen Mittelwertes der Spannung betragen darf.4

Finanzhilfen


Art. 125

1 Bundesbeiträge werden gewährt an:
a. lokale Verbesserungen der Lebensräume von Fischen und Krebsen;
b. Projekte zur Förderung von gefährdeten Fisch- und Krebsarten;
c. Untersuchungen über die Artenvielfalt, den Bestand und die Lebensräume von Fischen und Krebsen;
d. die Information der gesamten Bevölkerung oder einer ganzen Sprachregion.
2 Die Beitragssätze betragen höchstens:
a. 40 Prozent bei der Erfüllung von völkerrechtlichen Fischereiverträgen;
b. 40 Prozent für Projekte, die Fisch- und Krebsarten mit Gefährdungsstatus 0 bis 2 betreffen, der Lebensraumverbesserung dienen oder Pilotcharakter aufweisen;
c. 25 Prozent für Projekte, die Fisch- und Krebsarten mit Gefährdungsstatus 3 und 4 betreffen oder der Information der Bevölkerung dienen.
3 Der Bund gewährt keine Beiträge:
a. für Projekte, die vorwiegend der fischereilichen Nutzung dienen;
b. soweit ein Verursacher die Kosten zu tragen hat.
4 Gesuche müssen dem Bundesamt mit begründetem Antrag, insbesondere mit den Informationen betreffend die Art des Projekts, die beabsichtigte Wirkung, die veranschlagten Gesamtkosten, die Kostenverteilung und den Ausführungszeitpunkt eingereicht werden. Bei Gesuchen von Dritten ist überdies eine Stellungnahme der kantonalen Fischereifachstelle beizulegen.
5 Das Bundesamt gewährt die Finanzhilfen.


1 Fassung gemäss Anhang 5 Ziff. 18 der Freisetzungsverordnung vom 10. Sept. 2008, in Kraft seit 1. Okt. 2008 (AS 2008 4377).
2 SR 455
3 Fassung gemäss Ziff. III der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3709).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 22. März 2017, in Kraft seit 1. Mai 2018 (AS 2017 2613).
5 Fassung gemäss Ziff. I 24 der V vom 7. Nov. 2007 über Anpassungen des Verordnungsrechts an die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5823).

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