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SR 510.512

Verordnung über die Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser Dienst
(Schiessanlagen-Verordnung)
vom 15. November 2004 (Stand am 1. Januar 2005)
Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS),
gestützt auf Artikel 133 Absatz 3 des Militärgesetzes vom 3. Februar 19951,
verordnet:
1. Abschnitt

Allgemeine Bestimmungen


Gegenstand


Art. 1

1 Diese Verordnung legt die Anforderungen an Lage, Bau, Betrieb und Unterhalt von 300-, 25- und 50-m-Schiessanlagen fest, die teilweise oder ganz dem Schiesswesen ausser Dienst zur Verfügung stehen.
2 Sie sorgt dafür, dass:
a. die Voraussetzungen für einen geordneten Schiessbetrieb bestehen;
b. die erforderliche Sicherheit gewährleistet ist;
c. die Umweltbelastung möglichst klein gehalten werden kann.
3 Sie regelt die Kontrolle.

300-m-Schiessanlagen


Art. 2

1 Die Zuweisung und Einrichtung von 300-m-Schiessanlagen für die Bundesübungen und freiwilligen Übungen der Schiessvereine mit Ordonnanzmunition ist nach Artikel 133 Absatz 1 des Militärgesetzes Sache der Gemeinden.
2 Das VBS kann ausnahmsweise Anlagen von kürzeren Distanzen bewilligen, sofern die Distanz von 300 m namentlich wegen den topografischen Gegebenheiten oder den Eigentumsverhältnissen nicht erreicht werden kann. Die sicherheitstechnischen und baulichen Anforderungen werden durch den eidgenössischen Schiessanlagenexperten oder die eidgenössische Schiessanlagenexpertin im Einzelfall bestimmt.

Gemeinschaftsschiessanlagen und Gemeinschaftsnutzungen


Art. 3

1 Damit rationeller gebaut und das vorhandene Gelände besser ausgenützt werden kann, ist der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur Errichtung einer Gemeinschaftsschiessanlage anzustreben. Eine allfällige Enteignung richtet sich nach dem Enteignungsgesetz vom 20. Juni 19302.
2 Bei bestehenden Schiessanlagen sind Gemeinschaftsnutzungen anzustreben.

Technische Anforderungen


Art. 4

Die Gruppe Verteidigung erlässt Weisungen über die technischen Anforderungen des Baus von Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser Dienst. Sie legt die Einzelheiten fest über:
a. die sicherheitstechnisch bedingten Gefahrenzonen;
b. die Warn- und Absperreinrichtungen;
c. das Schützenhaus;
d. die Lärmschutzmassnahmen innerhalb des Schützenhauses;
e. den Scheibenstand;
f. den Kugelfang;
g. die Blenden.

Koordination


Art. 5

Schiessanlagen müssen sich in die bestehende Raumplanung einfügen und den Vorschriften über den Umweltschutz entsprechen. Vor Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie bei baulichen Sanierungen sind der zuständige eidgenössische Schiessoffizier und die zuständigen Fachstellen möglichst frühzeitig, das heisst bei der Vorprojektierung oder der Projektierung, beizuziehen.

Verbot für Seriefeuerschiessen


Art. 6

Das Seriefeuerschiessen ist auf den Schiessanlagen, die teilweise oder ganz dem Schiesswesen ausser Dienst zur Verfügung stehen, verboten.


1 SR 510.10
2 SR 711

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